Mittwoch, 28. März 2012

Über den Wolken ...

Landeanflug in Chicago.
Es ist vollbracht: wir sind über den großen Teich gerreist. Nach drei Etappen und 20 Stunden unterwegs haben wir todmüde aber glücklich wieder festen Boden unter den Füßen.
Vor den Flügen stellte ich mir die Reise so vor: kurzer Inlandsflug, der Knirps hat sicher Ohrenprobleme wegen dem Druck, in München wird er sicher in guter Laune sein, auf dem langen (fast 9h langen) Flug wird er die Hälfte davon schlafen, da es seine Schlafenszeit ist. Dann können auch wir schlafen oder lesen und einfach entspannen. In Chicago wird er wieder wach sein und gute Laune haben und nach einem weiteren Inlandsflug wird er am Reiseziel müde sein und ins Bett fallen und vielleicht die Hälfte der Nacht schlafen. Dann brauchen wir sicher ein paar Tage, bis er sich an die Zeitumstellung gewöhnt hat.
Baby-Sicherheitsgurt an meinem befestigt.

Zwischenstopp München.
Babybettchen im Flieger.
Tatsächlich spielte sich die Reise so ab: kurzer Inlandsflug, der Knirps hat keine Ohrenprobleme wegen dem Druck, da ich wie irre stille (vielleicht hätte er auch so nichts gehabt), er hat super gute Laune und öffnet ständig seinen Sicherheitsgurt, in München ist er in exzellenter Laune und keine Spur müde, auf dem langen Flug schläft er nicht einmal annähernd die Hälfte. Die ersten 40 Minuten nach dem Start schläft er nach dem Stillen ein. Dann ist er wach. Und wach. Und wach. Und dass, wo wir so ein schönes gemütliches Bettchen für ihn haben. Nach vier Stunden versuche ihn in den Schlaf zu tragen. Die Kombi tragen und stillen ist dann erfolgreich. Ich brache eine Stunde dafür. Erfolgreich lässt er sich ins Bett verfrachten. Yes! Nun können wir sicher schlafen oder lesen und einfach entspannen. Nach 40 Minuten ist er wieder wach. Naja, wach aber nicht munter. Dementsprechend ist seine Laune. Verbleibende Flugzeit: 3:20 Minuten. Den Rest des Fluges verbringt er spielend in seinem Bettchen, wobei es ihm die Sicherheitsanweisungen besonders angetan haben. In Chicago angekommen ist er immer noch wach und mittelmäßiger Laune. Wir sind völlig fertig, weil wir nur einige Minuten auf dem Flug hatten, um zu entspannen. Es ist soviel los in Chicago, dass der Knirps in der Trage hochinteressiert aber total ruhig um sich schaut. Das Band mit den Koffern hat es ihm besonders angetan. Den Immigrationsbeamten in der Einreise schaut er verwundert an. Er wird in seinem Heimatland willkommen geheißen, da er ja eine doppelte Staatsbürgerschaft hat und wir seinen amerikanischen Pass vorlegen. Ich muss natürlich Finderabdrücke und das ganze Tamtam hinter mich bringen. Auf dem Weg zum Gate auf den langen Rolltreppen schläft der Knirps endlich ein. Wir schlafen auch fast ein. Sooooo müde sind wir. Trotzdem raffe ich mich auf und mache einen ersten Rundgang durch die Flughafengeschäfte. Dabei merke ich, dass ich das alles doch ganz schön vermisst habe. Ein Jahr und neun Monate war ich nicht mehr in den USA. Nach drei Stunden Wartezeit können wir endlich in den letzten Flieger steigen. Der Knirps wacht nur noch einmal kurz auf. Heult im Flieger rum und schläft wieder beim Stillen ein.
Spielen mit dem Sicherheitsgurt.
Am Zielort warten Schwiegereltern + der Opa des Mannes auf uns. Der Knirps verschläft glatt alles. Beim Warten auf die Koffer müssen wir dann leider feststellen, dass ein Koffer fehlt. In dem sind die Sachen des Mannes und des Knirpses. Super. Also muss der Knirps die Nacht ohne Schlafanzug verbringen. In Hosen und Shirt schläft es sich ja (fast) genauso gut. Morgens um vier ist der Knirps hellwach. Eigentlich nicht logisch so wenig, wie er geschlafen hat. Aber schon am ersten Tag ist er tagsüber wieder in seinem Schlafrhythmus und gestern ist er wie immer um acht schlafen gegangen und war früh um sechs wach. Wer hat nochmal was von Jetlag erzählt? Bei uns merken wir auch fast nichts, außer das Tief am Nachmittag. Na bitte, geht doch.

Lufthansa Jet-Friend
Noch eine kurze Bemerkung zur Freundlichkeit des Flugpersonals bei Lufthansa: unübertrefflich! Wir waren überwältigt von so viel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Die Stewardessen waren so lieb, kamen immer wieder und fragten, ob wir etwas brauchen, haben den Knirps mit „Jet Friends“ (kleine Plüschtiere) überschüttet und haben uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Ganz anders beim letzten Flug mit United: es gab keine Sicherheitsgurte für Babys. Der Knirps wurde nicht beachtet, so als ob eben kein Baby mitfliegt und das Personal war eher muffelig. Sicher keine Aussage mit statistischem Gehalt, aber es ist uns eben sehr aufgefallen.

Jetzt sind wir alle ausgeschlafen und die Koffer sind fast ausgepackt. Das Abenteuer der nächsten Wochen kann losgehen!

Seid ihr mit Euren Kids schonmal geflogen?

Kommentare:

  1. Wow, das klingt wirklich spannend! Ich wünsche euch eine tolle Zeit in Amerika bei den Schwiegereltern.

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  2. hey das ist ja toll dass ihr ein bettchen im flieger hattet! wusste gar nicht dass es sowas gibt...habt ihr den koffer denn wieder?

    wir sind letztes jahr nach england geflogen also nach london und dann 2 1/2 stunden weiter mit dem auto zu verwandte für zwei wochen :) das war jamies erstes flug und er war sooo brav und fast den ganzen flug über auf mir geschlafen =) nur beim rückflug hatte ich starke probleme mit dem druck in den ohren aber das kam wohl davon, dass ich verschnupft war =/

    wünsch euch noch eine schöne zeit!

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    1. oh wie fein, dass Dein Kleiner so schön geschlafen hat. Das war sicher eine entspannte Anreise :)

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  3. Klingt Super der Bericht!

    Wir sind mit unser damals 1,5 jährigen Tochter auf die Philippinen geflogen. Unterwegs, von A nach B, waren wir 30 Stunden. Sie hat es dafür gut gemeistert. Hatten nach 11h Flug in Korea 8 Stunden Aufenthalt und noch die restlichen 6h Flug vor uns. Auf den Phillis angekommen mussten wir noch über Land fahren. Yeah. Jetzt sind wir wieder am überlegen, zu fliegen. Nur mit 2 Kindern ist es wesentlich stressiger. Aber das Fernweh/Heimweh ist groß.

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    1. wow, das war eine lange Reise!!! Das ist so super, das der nachwuchs da so mitgemacht hat. Ihr ward aber sicher fertig danach!? Aber ab und zu sollte man in die Heimat fahren. Das ist wichtig. Einmal angekommen vergißt man auch schnell die lange Anfahrt.

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  4. Wow, was für ein Erlebnis :)
    Und so schöne Bilder.
    danke für den Einblick.

    wir und auch ich sind noch nie geflogen. und je länger dieser zustand andauernd, desto mehr angst habe ich....


    glg und eine tolle zeit

    halitha

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    1. oh ja, ich hatte auch Angst vor dem Flug. Hätten wir jetzt auch sicher noch nicht gemacht, wenn es nicht zu den Schwiegereltern gegangen wäre. Am Ende war doch alles viel entspannter als gedacht ;) LG

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  5. so, unsere flüge für kalifornien sind jetzt auch gebucht. nur, mit dem babybett, wie geht das? habt ihr das im vornherein reservieren können, oder erst am flughafen? uns wurde gesagt, man müsse sich da am flughafen melden, aber irgendwie habe ich das gefühl, das sei doch dann zu spät. und einen quirligen knirps die ganze zeit auf dem schoss haben zu müssen, das stell ich mir nicht so rosig vor.... halleluja. ich komm dann vielleicht noch auf dich zu für ein paar tipps und tricks.. ;-) liebe grüsse!

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    1. Erst bucht man die Flüge, dann ruft man mit der Buchungsnummer bei der airline an (seid ihr bei Lufthansa?) und versucht so ein Bettchen zu bekommen :) unbedingt vorher anrufen. Am flughafen ist es in der Tat zu spät, weil das Flugzeug ja mit den Bettchen beladen werden muss. Ist leider nicht garantiert, dass man eins erwischt. Auf dem Rückflug haben wir z.B. ein Bettchen bekommen, aber nicht die Sitze dazu!? Die waren schon reserviert. Nur leider können wir das Bettchen nicht benutzen, wenn andere Passagiere dort sitzen. puh.. also müssen wir im Flieger verhandeln.
      Bei weiteren Fragen helfe ich gerne weiter! Kannst mir auch an die E-Mail mamaforsale@googlemail.com schreiben. LG Katrin

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