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Donnerstag, 27. Juni 2013

Ich will auf der Treppe schlafen!

„Terrible Twos“, so nennt man die trotzige Phase in Englisch, wenn die lieben Kleinen zwei Jahre sind. Oft liest man, dass der Trotz auch auf den Schwierigkeiten der Kinder beruht, sich ausreichend verständlich machen zu können. Der Knirps kann sich schon sehr gut mit Worten ausdrücken. Die terrible twos fingen aber trotzdem so ziemlich um den 2. Geburtstag an. Ein wenig Trotz hier und da machten sich beim Knirps auch schon vorher bemerkbar, aber jetzt toppte er alles bisherige. Das Geschreie kommt unverhofft und heftig und dauert. Ich versuche es mit Verständnis: „Ich weiß, dass Du sehr frustriert bist und verstehe Dich.“ Ich versuche es mit Strenge: „Nein, das geht zu weit. Schluss jetzt.“ Aber am Ende hilft doch nur warten und in den Arm nehmen, wenn der Knirps soweit ist. Zwischendurch kurz ignorieren, wenn es gar nicht mehr geht.

Ein Archivbild aus dem Dezember. Hier verweigerte der Knirps den Eintritt in die Wohnung und wälzte sich auf dem Boden.
Heute auf dem Weg zur Wohnung: „Lass uns den Fahrstuhl nehmen. Mama hat so viele Taschen.“ „Nein! Laufen!“ Ich kann ihn von den Vorzügen des Fahrstuhls überzeugen. Der Knirps genießt quietschvergnügt die kurze Fahrt nach oben. Dann drückt er wie immer die Tür-auf-Taste. Die Tür geht auf. Der Knirps bleibt stehen. Ich räume die Taschen schnell raus und versuche den Knirps aus dem Fahrstuhl zu locken. Geplärr. Ich nehme ihn auf den Arm. Untröstliches Geweine. Na gut. Wir fahren nochmal eine Runde. Unten angekommen, laufen wir dann ohne Taschen die Treppen rauf. In der Hälfte legt sich der Knirps auf die Treppen und erklärt: „Schlafen!? Mama auch hinlegen... schlafen?“ Nein, ich lege mich nicht mit auf die Treppe und hebe den Knirps auf. Großer Protest, Noch größerer Protest, als ich ihn in der Wohnng absetze. Der Herr lässt sich mit einer Walderdbeere auf dem Balkon trösten. Das ist das Gute am ganzen Trotz: Der Knirps lässt sich leicht ablenken und all der Schmerz ist schnell vergessen. So, und jetzt freuen wir uns auf ein ganzes „terrible“ Jahr.

Ein Bild vom Mai. Der Knirps sitzt auf dem nassen Boden und bockt.


Mittwoch, 27. Februar 2013

Gut vernetzt

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Wie wahr das ist, merkte ich erst nach und nach. Am Anfang fiel es mir sehr schwer, den Knirps in die Obhut anderer zu geben. Es fühlte sich so an, als ob ich einen Teil von mir weggebe. Der Knirps ist immer noch ein Teil von mir, aber es ist nun leichter, ihn in der Kinderkrippe, bei Familie, Freunden oder Nachbarn zu lassen. Ich glaube jetzt, dass es ihm sehr gut tut mit anderen Menschen zusammen zu sein, die anders mit ihm umgehen, andere Dinge mit ihm machen und ihm neue Sachen zeigen. Er kann auf einmal neue Wörter, zeigt uns neue Dinge und wir fragen uns dann wo er das wohl gelernt hat. Nun ist es nicht so, dass wir den Knirps ständig bei anderen lassen. Vom Kindergarten einmal abgesehen, etwa zwei- bis dreimal im Monat.
Der Knirps hängt mit Freunden von uns rum.
Im Moment zeigt sich bei uns wieder einmal sehr stark, wie wichtig es ist, mit Kleinkind gut vernetzt zu sein. Bei so einem Netzwerk ist sicher auch immer eine Menge Glück dabei, denn leider hat nicht jeder seine Familie in der Nähe oder hat Freunde, die einfach mal schnell auf das Kind aufpassen können. Im Moment ist der Knirps wieder krank. Ganze zwei Wochen war er gesund und nun hat er Bronchitis. Ich leide mit meinem Knirps, streichle ihm die Brust, wenn er röchelt und halte ihn fest im Arm, wenn er weint. Mit zehn bezahlten Kindkrankheitstagen im Jahr kommt man schnell an seine Grenzen und dann ist es sehr gut, wenn der Partner auch zu Hause bleiben kann, wie der Knirpsenpapa, der Montag und heute zu Hause war. Am Freitag passt eine Freundin auf den Knirps auf. Wenn es dem Knirps nächste Woche noch nicht besser geht, kommt die Uroma wieder. Heute sagte eine Freundin, als ich ihr erzählte, dass wir gern nächste Woche mal essen gehen wollen, sie würde sehr gern babysitten. In solchen Momenten bin ich so unendlich dankbar, das wir so viele liebe Menschen um uns haben, die uns helfen, den Knirps in diese Welt zu führen und sich die Erziehungsaufgaben ohne große Diskussion mit uns teilen. Wir sind dankbar und froh so ein ganzes Dorf, mitten in der Großstadt, an unserer Seite zu wissen.

Dienstag, 11. September 2012

Trotzkind?! Warum jetzt schon und dabei die Nerven behalten

So sagten immer alle zu mir: „Die Trotzphase Deines Kindes beginnt so um die zwei Jahre.“ Sprachen sie, und ich dachte: „Gut, da habe ich ja noch etwas Zeit.“ Nun begibt es sich aber schon seit ein paar Wochen so, dass der Knirps einen sehr starken Willen zeigt. Dies äußert sich in wildem Geschrei, wenn er etwas tun will / haben will / machen will, aber gerade nicht oder nicht schnell genug an sein Ziel kommt. Das Geschrei wird von ihm oft kunstvoll mit sich steif machen, sich auf den Boden werfen und wahlweise rumrollen kombiniert. Also las ich nach und fand heraus, dass die Trotzphase so um den 15. Bis 18. Monat anfängt. Na dann steht der Knirps ja bestens im Zeitplan!

Beispiele für das Trotzen sind, wenn es Zeit für das Abendbrot ist und wir den Spielplatz, den Strand oder das Freibad verlassen müssen. Der Knirps schreit dann lauthals rum und macht sich so steif wie ein Brett, dass ich ihn nicht in den Kinderwagen oder den Fahrradsitz bekomme. Also habe ich ihn schon mehrmals unter dem Arm geklemmt einige Meter wegschleppen müssen (in der anderen Hand, das Fahrrad oder den Kinderwagen balancierend) und die Sitzangelegenheit nochmal versuchen müssen. Das Lieblingswort des Knirpses ist zur Zeit „Nein!“ Das hat auch Vorteile, weil er jetzt auch ganz klar ausdrücken kann, wenn er etwas nicht trinken, essen oder haben will. Zu Hause gibt es alle paar Minuten Geschrei, wenn er sich gerade in so einer Phase befindet. Ganz ehrlich: das geht an die Nerven. Man spielt eine Weile mit, redet ruhig auf den Knirps ein, lässt ihn auf dem Boden rollen, ABER: es gibt einen Punkt, da liegen die stärksten Nerven blank, oder ich bin übermüdet, gereizt und dann gelingt es nicht immer sooooo ruhig zu bleiben und es rutscht das eine oder andere gereizte Wort raus. Mir tut es dann auch gleich leid, aber in so Schrei-, Brüll-, Roll-, und Tretaktionen muss ich manchmal wirklich nach dem letzten Rest Nerven verzweifelt suchen und komme mir auch etwas hilflos vor.

Heute, als er einen Anfall bekam, als ich ihn in den Autositz setzen wollte, schaute ich dem Knirps direkt in die Augen und erklärte ihm ganz ruhig, dass die Fahrt nur 10 Minuten dauern würde. Er war kurz ruhig, schrie dann aber die Hälfte der Fahrt und versuchte sich aus dem Sitz zu befreien. Auf der Rückfahrt sorgte zum Glück ein Grashüpfer als unfreiwilliger Mitfahrer für die nötige Ablenkung.

Wie habt ihr die Trotzphase gemeistert und wann ging es bei Euren Kindern los?

Mittwoch, 27. Juni 2012

Spielerisches Chaos

Chaos. Durcheinander. Unordnung. Zustände, die jeden Tag im Knirpsenhaushalt zu finden sind. Der Knirps räumt eben am liebsten aus, manchmal auch ein, wirft um und stiftet damit eben Chaos. Spielerisches Chaos. Ich schaue zu, manchmal auch nicht. Der Knirps ist mit mir im Bad, ich hole Sachen zum Anziehen. Komme wieder. Sehe den Boden mit zerissenem Klopapier bedeckt. Der Knirps hilft, Wäsche in die Maschine ein- und auszuräumen. Der Knirps macht am liebsten das Bücherregal leer und schaut sich dann die Bücher an. Und so weiter. Ich lasse ihn machen, solange es nix ist, womit er sich verletzen kann, oder was kaputt gehen kann. So lernt er eben speilerisch, wie Dinge funktionieren. Klar sortiere ich etwa 5-10 mal am Tag wieder Bücher ein, sammle Klammern zusammen oder rolle Klopapier wieder auf. Na und? Der Knirps hat Spaß und irgendwann wird auch diese Phase vorbei sein. Ich genieße es und sehe das ständige Wegräumen nicht als Last. Und wenn es dochmal liegen bleibt, dann sieht unsere Wohnung eben aus, wie eine wo ein einjähriges kreatives Ausräummonster wohnt.

Kleiner Wäschehelfer.
Zerissenes Klopapier.
Interessante bunte Tuben in der Dusche.
Lieblingsspielzeug Wäscheklammern.
Wie schaut’s bei Euch aus? Lasst ihr Eure Kinder kreativ die Wohnung umkrempeln?

Montag, 25. Juni 2012

Laufgitter – Gefängnis oder Spielwiese?

Da steht es im Wohnzimmer, 1 x 1 Meter groß. Erworben wurde es schon vor Geburt des Knirpses, da es gerade ein günsiges Angebot gebraucht war. Das Laufgitter. Zu Beginn, als der Knirps noch nicht so mobil war, diente es als Bett. Später mit zunehmender Entdeckungsfreudigkeit des Knirpses kam es seiner wahren Bestimmung näher. Einige Freunde beäugten das Laufgitter in der guten Stube und äußerten sich verhalten. Ob das denn gut sei, das Kindchen so eingesperrt. Gut oder nicht. Der Knirps fühlt sich meistens wohl, wenn er mal eine viertel Stunde drin sitzt. Wenn es ihm nicht passt, dann wird er eben wieder raus genommen. Im Laufgitter hat er gelernt sich in den Stand zu ziehen. Dort macht er auch seit Monaten Laufübungen, immer ringsherum. Also ist es auch noch gut als Laufhilfe. Wir finden: der Knirps ist dort sicher aufgehoben, wenn er mal kurz unbeaufsichtigt sein muss. Abendbrot vorbereiten, kurz mal auf Toilette etc. Er ist dort sicherer als wenn er frei rumkrabbeln könnte. Das Gitter bietet uns und dem Knirps einen begrenzten unfallfreien Ort. Klar, bleibt der Kleine nicht stundenlang dort drin. Dann wird es ihm langweilig. Aber gegen ein paar Minuten ist nix einzuwenden. Manchmal will er gar nicht mehr raus, weil er sich dort so wohl fühlt.
Vom Laufgitter aus kann man alles sehen!
 Gehört ein Laufgitter auch zu Eurem Mobiliar?

Mittwoch, 23. Mai 2012

Bist Du Mama genug?

Quelle: TIME Magazine
„Are you Mom enough“ titelte das TIME Magazine letzte Woche. Die Mama-Internetgemeinde überschlug sich mit Kommentaren in Blogs, Auf Twitter, Facebook usw. Ja, ich weiß ich bin eine Woche zu spät dran mit meinem Post. Trotzdem fand ich es wert, das Cover des Time zu erwähnen. Als ich den Titel das erste Mal in amerikanischen Blogs sah, dachte ich es geht um die Rolle der Mütter in der heutigen Zeit und natürlich ums Stillen. Haben. Will. Ich. Sofort. Auf dem Flughafen in Chicago schnappte ich zu und las sofort. Nur um festzustellen, dass es in dem Artikel um attachement parenting geht. Dieser Ansatz geht auf Dr. William Sears Theorie zurück, die im wesentlichen drei Dinge beinhaltet: Familienbett, Stillen, Babytragen. Das machen ja viel von uns. Der TIME Artikel handelt im wesentlichen davon, dass einige Mütter diese Theorie zu wörtlich nehmen und es ... naja ... übertreiben. Beispielhaft wird eine Mutter genannt (nicht die auf dem Cover), die ihr erstes Kind noch nie eine Minute allein gelassen hat, außer zur Geburt ihres zweiten Kindes.

Ich denke, dass dieses Coverfoto und der provokante Titel in erster Linie dazu diente, die Zeitschrift zu verkaufen! Wie oft sieht man schon stillende Mütter auf dem Titel einer Zeitschrift. Viele haben sich dazu geäußert, dass das Bild die Stillbeziehung zu lieblos darstellt. Mag sein. Ich finde es allerdings sehr gut, daß das Thema Stillen dadurch wieder mehr Öffentlichkeit bekommen hat. Ein zweiter Gedanke ist der, dass attachment parenting – Anhänger oft auf andere Eltern hinab schauen und deren Erziehungsmethoden kritisieren. Unter dem Motto: „Wenn Du nicht stillst, in einem Bett mit Deinem Kind schläfst [...], dann wird Dein Kind ungesund, kriminell und was nicht alles“.
Ich lese das Magazin im Chicago Flughafen, während der Knirps gestillt wird.
Auch wir bei uns zu Hause praktizieren einige Dinge aus dem attachment parenting mit dem Knirps: wir haben zweitweise in einem Bett zusammen geschlafen (inzwischen nicht mehr so oft), wir tragen den Knirps, schieben aber auch Kinderwagen und ich stille den Knirps mit fast 12 Monaten noch, ein Ende ist noch nicht so schnell in Sicht. Habe ich auch ein Leben außerhalb des Knirpses? Ja! Ich treffe mich mit Freunden und gehe auf Parties. Schadet es dem Knirps? Nein! Tut es mir gut? Ja! Bin ich Mama genug? Ja!

Und jetzt zur Frage: „Bist Du Mama genug?“ Meine Antwort: „Ja, wir alle sind Mama genug!“ Egal ob wir stillen oder Fläschchen geben, ob wir im Familienbett schlafen oder das Kind früh im eigenen Zimmer schläft, ob wir das Kleine im Kinderwagen schieben oder ausschließlich tragen, ob wir zu Hause bleiben einige Jahre oder den Nachwuchs mit ein paar Monaten zur Betreuung geben, weil wir wieder arbeiten. Was auch immer: wir Mamas (und auch Papas) wollen das Beste für unsere Kleinen und niemand kann uns sagen, dass wir nicht genug sind, weil wir dies oder jenes nicht machen / machen. Niemand kennt die genauen Umstände, warum wir so oder so entscheiden. Es geht auch niemanden etwas an. Schluss mit dem Eltern-Krieg in dem Eltern andern sagen müssen, warum dies und das falsch ist. Wir sollten einander unterstützen und nicht aufeinander losgehen. Wohlgemeinte Tipps: sehr gern. Sinnlose Kritik, die nur der Selbstbestätigung der eigenen Erziehungentscheidungen dient: Nein!

Wie gefällt Euch das TIME Magazine Cover? 

Dienstag, 1. Mai 2012

Macht Euch ruhig die Hände dreckig!

Was ist bei Euch der erste Reflex wenn ein Spielzeug in den Dreck draußen fällt und der Nachwuchs es wieder aufhebt und genüsslich dran lutschen will? Also mein erster Gedanke am Anfang war: wo ist schnell fließendes Wasser um es dolle abzuschrubbeln. Jetzt reibe ich den größten Schmutz ab und gebe es dem Knirps zurück. Solange es nicht unbedingt in Hundekacke gelandet ist. Eine andere theoretisch mögliche Reaktion wäre das heruntergefallene Spielzeug sofort mit antibakteriellen Tüchern zu attackieren. Auch gut?

Spielen mit Stöcken auf der Wiese.
Mit dem Mehr an Beweglichkeit, die der Knirps an den Tag legt und dem schöner werdenden Wetter stellt sich mir jetzt fast täglich die Frage, ob und auf welchen Untergrund ich den Knirps draußen setze. Legte ich doch im letzten Jahr noch sorgfältig die frisch gewaschene Kuschel-Baby-Decke auf der Wiese zurecht, um den erst wenige Wochen alten Knirps vorsichtig darauf zu plazieren. Das ist passé. Ich entscheide mich jetzt fast immer für: Knirps absetzen, (fast) egal wo und einfach krabbeln und entdecken lassen. Dreck reinigt den Magen, macht widerstandsfähig und ist sogar gut für die Kiddies. Das sind so meine Gedanken, wenn der Knirps die Welt draußen erkundet. Gut soll das sein, der Dreck den sie essen? Ja, und das gleich auf mehrfache Weise: erstmal müssen die Kleinen mit natürlichen Bakterien und so in Berührung kommen. Darauf ist ihr Immunsystem nun mal programmiert: Training, Training, Training. Wenn durch die Übersterilisierung der Umgebung nichts da ist, womit das Immunsystem rumtrainieren kann, sucht es sich eben willkürlich was anderes, wie Blütenpollen, Gluten, Eiweiß, Tierhaare und so weiter. Und schon hat das Kindchen eine Allergie am Hals. Will im Umkehrschluss nicht heißen, dass man keine Allergien bekommen kann, wenn alles schön unsterilisiert bleibt. Abschließend ist die Entstehung von Allergien nicht geklärt. Klar ist aber, dass übertriebene Hygiene und vor allem antibakterielle Mittelchen Allergien den roten Teppich ausrollen. Noch schlimmer: einige Stoffe in antibakterillen Putzmitteln stehen selbst im Verdacht Allergien auszulösen. Hände waschen mit klarem Wasser und milder Seife reicht völlig aus. Aber auch nicht 10 mal am Tag. Fazit: Dreck ist also ein gutes Immunsystemtraining.
Rumkrabbeln auf dem Sportplatz im Park.
Ich habe den Knirps auch schon dabei ertappt, wie er sich Sand in den Mund gesteckt hat. Meine erste Reaktion natürlich: Ahh, das ist doch Sand. Muss er jetzt den Magen ausgepumpt bekommen? Ich erkundigte mich: natürlich ist alles ok. Ich habe in einer lokalen US-Zeitung hier sogar erst letzte Woche gelesen, dass in Erde Bakterien gefunden wurden, die helfen das Gute-Stimmungshormon Serotonin zu produzieren (Studie der Bristol University). Außerdem haben die Kleinen durch das an der frischen Luft spielen wenier Stress, ein gestärktes Immunsystem und es soll sogar die Fernsicht verbessern. Na, das draußen spielen gut ist, ist ja eigentlich auch keine Neuigkeit mehr. Aber ich schweife ab.

Der Knirps im Einkaufswagen.
Aber nicht nur Dreck auf dem Boden lässt viele Eltern misstrauisch werden. Hinterlistige Bakterien lauern schließlich überall, so will es uns zumindest die Werbung suggerieren. Als ich vor fünf Wochen hier in den USA ankam, wurde mit als erstes von Verwandten angeboten, ich könnte einen Einkaufswagenbezug für den Knirps haben. Damit er die verseuchten Einkaufswagen nicht anfassen muss, wenn er im Sitz thront. Ich lehnte ab. Klar, passe ich auf, dass wenn ich ihm auf dem Klo die Windeln wechsle, dass er nicht unbedingt jede Ecke mit den Händen erkundet. Wenn ich aber überall aufpassen will, dass dürfte der Knirps ja gar nix mehr anfassen und ich auch nicht, weil ich ja den Knirps anfasse. Also denke ich jetzt nicht mehr, was wo überall mikrobiologisch besiedelt sein könnte, weil fast alles sowieso natürliche Bakterien sind mit denen die Kleinen eben lernen müssen fertig zu werden.

Wie haltet ihr es mit der Nachwuchs-Hygiene?

Dienstag, 10. Januar 2012

Baby-Apps

Baby-Apps auf meinem Handy.
Seit gestern bin ich stolze Besitzerin eines neues Smartphones. Die Software des alten hatte hoffnungslos den Geist aufgegeben und selbst der Profi-Knirpsenpapa konnte es nicht wiederbeleben. Also habe ich jetzt ein HTC Sensation mit sooooo großem Bildschirm. Mit einem Smartphone kann man allerlei schöne Sachen anstellen und neben den nützlichen Dinge, wie telefonieren, Kalender aktualisieren (enorm wichtig als beschäftigte Mama), E-Mail oder bloggen (!) gibt es auch wunderschöne apps. Eine Foto-App hatte ich hier schonmal vorgestellt. Natürlich gibt es auch zillionen Baby-Apps. Kurz nachdem der Knirps geboren war, hatte ich eine nützliche App zum Stillen, die Zeiten, rechte oder linke Seite und Stilldauer dokumentierte. Diese App war am Anfang unersetzlich. Dann hatte sich alles von selbst eingespielt. Jetzt sind Baby-Unterhaltungs-Apps für uns interessanter. Heute morgen installierte ich „Baby Rattle“, „Baby Snooze“ und „Baby Zoo“. Ich dachte nicht, dass „Baby Rattle“ so schnell zum Einsatz kommen würde: wir wollten aus dem Haus und der Knirps war sehr unleidlich und jammerte rum. Mit der Babyrassel-App die unterschiedliche Motive mit fliegenden Tieren oder Objekten bietet und eben wie eine Rassel klingt, war der Knirps kurzzeitig abgelenkt und ehe er sich versah, war er angezogen und ausgehfein. Das ging fast ohne den üblichen Protest. „Baby Snooze“ bietet mehrere Geräusche zum Einschlafen an, wie Regentropfen. Mal schauen, ob das hilft. Ich finde Baby-Apps kurzfristig sehr nützlich, um Baby schnell abzulenken oder kurz zu beschäftigen. Ansonsten bevorzuge ich immer noch die persönliche Bespielung des Nachwuchses durch Mama und Papa.
Baby-Rattle App
Benutzt ihr Baby-Apps?

Samstag, 26. November 2011

Lichterfest und Anfassungsschwierigkeiten

Es ist Wochenende und wir sind schon wieder unterwegs. Diesmal im Dorf der Knirpsenoma und der strickenden Uroma. Es ist Lichterfest mit kleinem Weihnachtsmarkt im Dorf. Sehr gemütlich: man trifft viele Bekannte wieder. Diese Bekannten aus dem Dorf sehen den Knirps teilweise zum ersten Mal und auch viele Unbekannte sind vom Knirps begeistert. „Oh, wie niedlich!“ und gleichzeitig wird meist auch die Hand nach des Knirpsens Gesicht ausgestreckt und getätschelt. Das macht mir in der Regel nichts aus, wenn man die Leute kennt und der Knirps nimmt es auch gelassen. Nachdem allerdings die etwa zehnte Hand nach dem Knirps greifen will, wird es ihm zu viel und er beschwert sich lauthals. Ich gehe mit dem Knirps nach drinnen. Er beruhigt sich. Nach einer Weile trauen wir uns wieder nach draußen und kaum dass wir dort sind greift schon die nächste Hand nach dem Knirps. Dazu noch eine völlig mir unbekannte. Der Knirps verzieht das Gesicht. Ich bitte die Dame höflich den Knirps sich nur anzuschauen, da er sehr unruhig ist und auch etwas müde. Die Dame teilt mir daraufhin mit, dass ich da ja etwas falsch gemacht haben müsse, wenn sich dieses Kind nicht anfassen lässt. UND: greift unbeirrt wieder nach dem Knirps! Hallo!!!??? Der Knirps fängt an zu weinen. Mir reichts und ich drehe mich weg und gehe. So schnell fällt mir leider keine passende Antwort ein. Im Nachhinein möchte ich der Dame gern auf die Finger haun... Ich bin ja einiges gewöhnt, was es an Kommentaren gibt, aber das ist bisher das Unverschämteste, was mir passiert ist. Wir genießen das Lichterfest trotzdem weiter und lassen uns die Laune nicht wirklich verderben. Einen schönen ersten Advent wünsche ich allen!


Der Knirpsenpapa darf den Knirps natürlich immer anfassen :)

Gab es auch bei Euch schonmal Anfassungsschwierigkeiten? Wie habt ihr reagiert?


PS: Ein paar Bilder vom Lichterfest werden nachgereicht, wenn ich Zugang zu meinem Handyladekabel habe. Handy alle - Bilder auf Handy.

Dienstag, 8. November 2011

BabyBücherwurm

Der Knirps beim Buch anschauen. Nighty Night!
„Lina, die Kuh“, „Nighty Night“, “Time for Bed”, “The going to bed book” und “Wenn kleine Tiere müde sind” – das sind die Bücher, die für des Knirpsens Gute-Nacht-Geschichte zur Auswahl stehen. Ein oder zwei davon schauen wir uns jeden Abend an. Angefangen haben wir, als der Knirps drei Monate war. Wir fanden, dass es nie zu früh ist, um mit dem Vorlesen anzufangen. Am Anfang starrte der Knirps nur auf die bunten Bilder, dann fing er an mit dem Buch zu spielen, danach zu greifen und jetzt hört er an einigen Stellen schon aufmerksam zu (bilden wir uns zumindest ein). Wir lieben dieses Ritual und lassen es nur weg, wenn der Knirps allzu zerrig und müde ist. Die Schwester des Knirpsenpapas ist schuld daran, dass wir früh mit dem Vorlesen angefangen haben: ihr Sohn, also der Knirpsencousin, ist jetzt zehn Monate und hat sich auch ab dem 4. Monat jeden Abend Bücher angeschaut. Mit sieben Monaten hat er Freudentänze vollführt, als er das Vorlese-Buch gesehen hat. Dann haben wir das eben auch so gemacht und warten gespannt darauf, dass der Knirps bereits beim Anblick eines der Bücher grinst.

Ab welchem Alter habt ihr angefangen, Euren Kleinen vorzulesen? Welche Bücher waren oder sind das?

Samstag, 29. Oktober 2011

Fernsehen als Zahnungshilfe !?

Als der Knirps gestern vormittag noch immer noch in Erwartung seines kommenden Zahnes rumkrähte und auch kühle Beißringe verschmähte, habe ich es tatsächlich getan: ich habe den Fernseher angeschaltet und mich mit dem Knirps für einige Minuten davor gesetzt. Nach etwa fünf Minuten war der Knirps so abgelenkt und beruhigt, dass ich den Fernseher wieder ausschaltete und der Knirps vergnügt auf seiner Spieledecke weiter spielte. Bin ich nun eine schlechte Mama? Ich habe mich dann zum Thema Fernsehen bei Babies belesen und diesen Artikel bei Spiegel online gefunden „Glotzen bis die Synapsen qualmen“. Es leuchtet absolut ein, dass Fernsehen als Dauerbespaßung und Sender, wie BabyFirst (siehe Artikel) ungeeignet sind und Baby nichts davon hat, eher im Gegenteil. Aber als kurze Ablenkung vom Zahnschmerz fand ich es dann doch nicht so ungeeignet und fühle mich auch nicht wirklich schlecht dabei.

Wie haltet ihr es mit dem Fernsehkonsum bei Euren Kleinkindern?