Dienstag, 11. September 2012

Trotzkind?! Warum jetzt schon und dabei die Nerven behalten

So sagten immer alle zu mir: „Die Trotzphase Deines Kindes beginnt so um die zwei Jahre.“ Sprachen sie, und ich dachte: „Gut, da habe ich ja noch etwas Zeit.“ Nun begibt es sich aber schon seit ein paar Wochen so, dass der Knirps einen sehr starken Willen zeigt. Dies äußert sich in wildem Geschrei, wenn er etwas tun will / haben will / machen will, aber gerade nicht oder nicht schnell genug an sein Ziel kommt. Das Geschrei wird von ihm oft kunstvoll mit sich steif machen, sich auf den Boden werfen und wahlweise rumrollen kombiniert. Also las ich nach und fand heraus, dass die Trotzphase so um den 15. Bis 18. Monat anfängt. Na dann steht der Knirps ja bestens im Zeitplan!

Beispiele für das Trotzen sind, wenn es Zeit für das Abendbrot ist und wir den Spielplatz, den Strand oder das Freibad verlassen müssen. Der Knirps schreit dann lauthals rum und macht sich so steif wie ein Brett, dass ich ihn nicht in den Kinderwagen oder den Fahrradsitz bekomme. Also habe ich ihn schon mehrmals unter dem Arm geklemmt einige Meter wegschleppen müssen (in der anderen Hand, das Fahrrad oder den Kinderwagen balancierend) und die Sitzangelegenheit nochmal versuchen müssen. Das Lieblingswort des Knirpses ist zur Zeit „Nein!“ Das hat auch Vorteile, weil er jetzt auch ganz klar ausdrücken kann, wenn er etwas nicht trinken, essen oder haben will. Zu Hause gibt es alle paar Minuten Geschrei, wenn er sich gerade in so einer Phase befindet. Ganz ehrlich: das geht an die Nerven. Man spielt eine Weile mit, redet ruhig auf den Knirps ein, lässt ihn auf dem Boden rollen, ABER: es gibt einen Punkt, da liegen die stärksten Nerven blank, oder ich bin übermüdet, gereizt und dann gelingt es nicht immer sooooo ruhig zu bleiben und es rutscht das eine oder andere gereizte Wort raus. Mir tut es dann auch gleich leid, aber in so Schrei-, Brüll-, Roll-, und Tretaktionen muss ich manchmal wirklich nach dem letzten Rest Nerven verzweifelt suchen und komme mir auch etwas hilflos vor.

Heute, als er einen Anfall bekam, als ich ihn in den Autositz setzen wollte, schaute ich dem Knirps direkt in die Augen und erklärte ihm ganz ruhig, dass die Fahrt nur 10 Minuten dauern würde. Er war kurz ruhig, schrie dann aber die Hälfte der Fahrt und versuchte sich aus dem Sitz zu befreien. Auf der Rückfahrt sorgte zum Glück ein Grashüpfer als unfreiwilliger Mitfahrer für die nötige Ablenkung.

Wie habt ihr die Trotzphase gemeistert und wann ging es bei Euren Kindern los?

Kommentare:

  1. gutes thema. haha!

    also die kleine ist ja auch ein eher....ähm...willensstarkes kind, das gern sofort rumschreit, wenn irgendwas nicht klappt. das kenne ich von der großen nicht. die hat sich auch wirklich nur ein einziges mal in der öffentlichkeit auf den boden geworfen. ich glaube bei der kleinen steht uns das noch öfter bevor :-/

    bei beiden kindern gab es aber mit etwa 15/16/17/18 monaten so eine phase, das sie gar nichts wollten. und wenn doch irgendwas, dann ALLEINE!

    es ist immer ein auf und ab, mal gehts besser, mal wieder schlechter. ist auch bei der großen noch so. und irgendwan wird das dann sicher von der pubertät abgelöst :-P

    liebste grüße

    halitha

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  2. Oh Mann. Eine Phase auf die ich mich so gar nicht freue. Ich wünsch dir viel Kraft!! Ruhig und konsequent bleiben ist bestimmt schwer, aber ich bin mir sicher du machst das ganz hervorragend, auch wenn Knirps deine Geduld mal überstrapaziert. Drück dich! LG

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