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Mittwoch, 23. Mai 2012

Bist Du Mama genug?

Quelle: TIME Magazine
„Are you Mom enough“ titelte das TIME Magazine letzte Woche. Die Mama-Internetgemeinde überschlug sich mit Kommentaren in Blogs, Auf Twitter, Facebook usw. Ja, ich weiß ich bin eine Woche zu spät dran mit meinem Post. Trotzdem fand ich es wert, das Cover des Time zu erwähnen. Als ich den Titel das erste Mal in amerikanischen Blogs sah, dachte ich es geht um die Rolle der Mütter in der heutigen Zeit und natürlich ums Stillen. Haben. Will. Ich. Sofort. Auf dem Flughafen in Chicago schnappte ich zu und las sofort. Nur um festzustellen, dass es in dem Artikel um attachement parenting geht. Dieser Ansatz geht auf Dr. William Sears Theorie zurück, die im wesentlichen drei Dinge beinhaltet: Familienbett, Stillen, Babytragen. Das machen ja viel von uns. Der TIME Artikel handelt im wesentlichen davon, dass einige Mütter diese Theorie zu wörtlich nehmen und es ... naja ... übertreiben. Beispielhaft wird eine Mutter genannt (nicht die auf dem Cover), die ihr erstes Kind noch nie eine Minute allein gelassen hat, außer zur Geburt ihres zweiten Kindes.

Ich denke, dass dieses Coverfoto und der provokante Titel in erster Linie dazu diente, die Zeitschrift zu verkaufen! Wie oft sieht man schon stillende Mütter auf dem Titel einer Zeitschrift. Viele haben sich dazu geäußert, dass das Bild die Stillbeziehung zu lieblos darstellt. Mag sein. Ich finde es allerdings sehr gut, daß das Thema Stillen dadurch wieder mehr Öffentlichkeit bekommen hat. Ein zweiter Gedanke ist der, dass attachment parenting – Anhänger oft auf andere Eltern hinab schauen und deren Erziehungsmethoden kritisieren. Unter dem Motto: „Wenn Du nicht stillst, in einem Bett mit Deinem Kind schläfst [...], dann wird Dein Kind ungesund, kriminell und was nicht alles“.
Ich lese das Magazin im Chicago Flughafen, während der Knirps gestillt wird.
Auch wir bei uns zu Hause praktizieren einige Dinge aus dem attachment parenting mit dem Knirps: wir haben zweitweise in einem Bett zusammen geschlafen (inzwischen nicht mehr so oft), wir tragen den Knirps, schieben aber auch Kinderwagen und ich stille den Knirps mit fast 12 Monaten noch, ein Ende ist noch nicht so schnell in Sicht. Habe ich auch ein Leben außerhalb des Knirpses? Ja! Ich treffe mich mit Freunden und gehe auf Parties. Schadet es dem Knirps? Nein! Tut es mir gut? Ja! Bin ich Mama genug? Ja!

Und jetzt zur Frage: „Bist Du Mama genug?“ Meine Antwort: „Ja, wir alle sind Mama genug!“ Egal ob wir stillen oder Fläschchen geben, ob wir im Familienbett schlafen oder das Kind früh im eigenen Zimmer schläft, ob wir das Kleine im Kinderwagen schieben oder ausschließlich tragen, ob wir zu Hause bleiben einige Jahre oder den Nachwuchs mit ein paar Monaten zur Betreuung geben, weil wir wieder arbeiten. Was auch immer: wir Mamas (und auch Papas) wollen das Beste für unsere Kleinen und niemand kann uns sagen, dass wir nicht genug sind, weil wir dies oder jenes nicht machen / machen. Niemand kennt die genauen Umstände, warum wir so oder so entscheiden. Es geht auch niemanden etwas an. Schluss mit dem Eltern-Krieg in dem Eltern andern sagen müssen, warum dies und das falsch ist. Wir sollten einander unterstützen und nicht aufeinander losgehen. Wohlgemeinte Tipps: sehr gern. Sinnlose Kritik, die nur der Selbstbestätigung der eigenen Erziehungentscheidungen dient: Nein!

Wie gefällt Euch das TIME Magazine Cover?