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Freitag, 8. März 2013

Auch ich schließe mich an: Familie 2.0 - Wir machen mobil! Eltern bewegen Familienpolitik!



Vor ein paar Tagen trat das Team von Familie 2.0 an mich heran, mit der Bitte diesen offenen Brief zum Thema Familienpolitik am heutigen Frauentag (und gleichzeitig meinem Geburtstag!! :)) zu veröffentlichen. Mit dieser deutschlandweiten Online-Aktion soll im folgenden offenen Brief auf die Missstände in der deutschen Familien- und Bildungspolitik aufmerksam gemacht werden. Als arbeitende Mama in Teilzeit kann ich im Moment insbesondere Punkt 3 und 5 zustimmen. Die Pädagogen in unserer Krippe machen eine hervorragende Arbeit, kümmern sich den ganzen Tag um meinen lieben Knirps, füttern ihn, bringen ihm neue Dinge bei und werden dabei wirklich schlecht bezahlt! Die 40 Stunden Anwesenheit im Büro, ohne Rücksicht auf die wirklich erbrachte Leistung sind wirklich sinnlos. Ich merke als 30 Stunden Mama schon manchmal unterschwellig im Büro, dass ich ja nicht "vollwertig" da bin. Hallo!? Was ist mit meiner erbrachten Leistung? Ich möge fast behaupten, man schafft in 30 Stunden (fast) genauso viel, wie jemand mit 40 Stunden, da man nicht so viel Zeit hat und effektiver arbeitet. Hier ist aber auch besonders ein Umdenken beim Arbeitgeber erforderlich, bei dem die Politik die Weichen stellen kann.

TROTZ alledem MUSS ich hier nochmal sagen, dass ich den direkten Vergleich zu einem anderen Land (den USA) in der Famile habe und mit Nachdruck sagen muss, dass es uns in Deutschland sehr sehr gut geht! Margareteaudrey brachte in ihrem Blog vor Kurzem einen ähnlichen Vergleich. In den USA gibt es bis zur Preschool, die etwa beginnt, wenn die Kinder vier Jahre sind, kein vergleichbares Betreuungssystem wie hier in Deutschland und wenn, dann ist es so teuer, das sich das Arbeiten kaum lohnt. Kindkranktage, wie von deutschen gesetzlichen Krankenkassen 10 im Jahr bezahlt werden, gibt es dort nicht. Dort kann man froh sein, wenn man nicht gefeuert wird, wenn das Kind länger krank ist und man unbezahlt zu Hause bleiben darf. Will damit nicht sagen, dass dewegen in Deutschland alles gut ist, nur das manchmal ein Blick aus anderer Perspektive alles in anderem (und nicht so schlechtem Licht) erscheinen lässt. Meine Familie in den USA jedenfalls ist sehr neidisch auf das, was wir hier in Deutschland haben. So! Hier der offene und wunderbare Brief:



Liebe Frau Merkel, liebe Frau von der Leyen, liebe Frau Schröder,

Sie bekleiden drei der einflussreichsten Ämter in diesem Land. Die Gleichstellung der Frau, für die
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unerlässlich ist, rückt damit für uns alle in greifbare Nähe.
Aber leider nur fast.

Denn viele der Aktionen, die uns - Mütter, Väter und Kinder – angeblich unterstützen sollen,
stellen uns vor die Frage, ob unser Bedarf und die Situation, in der wir uns befinden, überhaupt verstanden wird?


Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, unsere Vorstellungen darüber, was wir wirklich
benötigen, heute am Weltfrauentag zu veröffentlichen, um uns Gehör zu verschaffen und aktiv in
den politischen Prozess von Familien- und Bildungspolitik einzusteigen. Wir zählen auf Ihre
Unterstützung!

Deutschland benötigt in den kommenden Jahren dringend eine Familien- und Bildungspolitik, die
wirklich einen Unterschied für uns arbeitende Familien macht und nicht zuletzt kurz-, mittel- und
langfristig dem Fachkräftemangel vorbeugt und Deutschland als Wirtschaftsstandort stärkt! Wir sind
die Arbeitnehmer und Steuerzahler von heute. In unseren Kinderwagen liegen die Arbeitnehmer und
Steuerzahler von Morgen! Jetzt machen wir in Sachen Familienpolitik mobil!

Denn nicht nur bei Punkten wie der Kürzung des Elterngeldes und der Einführung des
Betreuungsgeldes können wir nur mit dem Kopf schütteln. Es geht um viel mehr.


Wir brauchen:

1. Ein einheitliches Bildungssystem in allen Bundesländern
2. Qualitativ hochwertigere Betreuungsangebote für unsere Schulkinder innerhalb unserer
Arbeitszeiten
3. besser bezahlte Erzieher/ Pädagogen
4. eine bessere Einbindung der Generation 60+
5. flexible Arbeitszeitlösungen für Mütter und Väter
6. kein Ehegattensplitting, sondern eine steuerliche Entlastung der Familien mit Kindern

Dies bedeutet im Detail:

1. Schule muss endlich Bundessache werden:

Bildung ist der Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit und Gleichstellung in unserer Gesellschaft.
Genau aus diesem Grund darf Schule auch nicht länger Sache der Länder sein, in der jedes
sein ganz eigenes Süppchen kocht! Lehrpläne, Bildungskonzepte und Schulformen müssen
vereinheitlicht werden. Viele Familien müssen allein schon aus beruflichen Gründen heute
mobil sein und auch mit Kindern während der schulischen Ausbildung problemlos in ein
anders Bundesland umziehen können!
Zudem fordern wir einheitliche Ganztagsschulen ab der 1. Klasse, und zwar bundesweit.
Diese umfasst Hausaufgabenbetreuung und qualifizierten Förderunterricht für die Kinder, die
in manchen Fachbereichen eine weitergehende Unterstützung benötigen.
Für die meisten Eltern beginnt das heutige Betreuungsproblem erst richtig mit dem Eintritt
der Kinder in die Schule!
Wir fordern eine für die Eltern optional wählbare, qualifizierte Betreuung von Schulkindern
auch vor dem Unterricht (weil manche Eltern ab 8:00 Uhr arbeiten müssen, die Schule aber
erst Punkt 8:00 öffnet!). Die in vielen Orten bereits vorhandene Nachmittagsbetreuung für
Schulkinder "bewahrt" die Kinder lediglich auf, bis die Eltern ihren Nachwuchs abholen. Dies
ist nicht die Vorstellung von Nachmittagsbetreuung, die wir haben.

2. Bundesweite, offene und qualitativ hochwertige Angebote in der Ferienzeit für unsere
Kinder!

Die Betreuung der Schulkinder in der Ferienzeit ist aktuell ohne den Einsatz von Geld und
Großeltern nicht möglich. Ist beides nur begrenzt vorhanden, stehen viele Familien und
besonders Alleinerziehende vor einem großen Problem. Eine qualifizierte, kontinuierliche
Betreuung der Kinder muss auch in der Ferienzeit gewährleistet sein, damit Eltern beruhigt
und sicher arbeiten gehen können.

3. Bessere Bezahlung von Erziehern und Pädagogen:
Aktuell dauert die Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher je nach Bundesland 4-5 Jahre. Die
Verdienstmöglichkeiten in diesem Bereich stehen in keinem Verhältnis zum Anspruch der
Ausbildung und der anschließenden Verantwortung, die diese Tätigkeit mit sich bringt. Wir
fordern daher, statt Eltern Betreuungsgeld zu zahlen, Gelder für Betreuung in die
Kindertagesstätten fließen zu lassen und damit auch Anerkennung für Erzieher und
Pädagogen – denn sie bilden die Zukunft dieses Landes aus!

4. Bessere Einbindung der Generation 60+.
Viele Menschen gehen heute in den Vorruhestand, gleichzeitig steigt die Lebenserwartung
ständig an. Viele Großeltern wohnen heutzutage aber gar nicht mehr in der Nähe ihrer Enkel.
Daher soll das „Anstellen“ von Ersatzgroßeltern vom Staat unterstützt und gefördert werden.
So haben Eltern auch mit ihrer Berufstätigkeit und ohne Großeltern Unterstützung, und
Rentner eine Möglichkeit nach der Aufgabe ihrer Berufstätigkeit noch etwas
dazuzuverdienen (siehe auch Armut von Rentnern).
Die Vermittlung solcher Ersatzgroßeltern könnte von den Arbeitsämtern übernommen
werden.

5. 40 Stunden Wochen im Büro waren gestern! Wir fordern klare Zielvereinbarungen und
flexible Arbeitslösungen für Mütter UND Väter!

Arbeit sollte an Zielvereinbarungen gemessen werden - wie das heute auch in vielen
"Corporate" Unternehmen schon der Fall ist. Nicht Anwesenheit oder Air Time sind relevant,
sondern das Ergebnis. Der Arbeitgeber sollte mit seinem Arbeitnehmer eine klare
Ergebnisdefinition vereinbaren. Die kann an einer entsprechenden Matrix gemessen werden.
Wie der Arbeitnehmer dieses Ergebnis im vorgegebenen Zeitrahmen erreicht (solange seine
Ziele, inkl. Teamarbeit und Verfügbarkeit erreicht sind) sollte ihm überlassen bleiben.
So lösen wir in deutschen Köpfen das verkrustete Vollzeit-Teilzeit-Denken und die damit
oftmals schon einhergehende Vorabwertung von arbeitenden Müttern.
Zudem ermöglicht dies Vätern und Müttern einen flexibleren Umgang in der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf.

6. Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer steuerlichen Familienförderung,
welche allen Familien mit Kindern gleichermaßen zugute kommt – unabhängig vom
Familienstand.

Einst gedacht zur Förderung der Ehe und Familie, ist das Prinzip des Ehegattensplittings
veraltet. Ehe und Familie bilden längst nicht mehr eine Einheit. Von der Zielsetzung der
Familienförderung ausgehend ist es daher unverständlich, warum auch kinderlose Ehen von
dem Splittingverfahren profitieren, bzw. warum nicht verheiratete Familien keine
entsprechende Förderung erfahren. Desweiteren profitieren durch das Ehegattensplitting
hauptsächlich Ehepaare mit besonders hohem Einkommen, wenn dies zudem möglichst
ungleich verteilt ist, d.h. wenn das Einkommen hauptsächlich oder vollständig von nur einem
Ehegatten erbracht wird. Für die meisten Frauen gestaltet sich ein beruflicher Wiedereinstieg
nach der Baby- bzw. Kinderpause ohnehin schwierig, durch die vergleichbar hohe
Steuerbelastung des Zweiteinkommens schränken viele Frauen ihr Erwerbseinkommen stark
ein (Mini-Job) bzw. geben ihre Berufstätigkeit vollständig auf.
Statt eines Ehegattensplittings könnten die Einzahlungen von Eltern in die Rentenkassen
reduziert werden oder Rentenansprüche von Eltern, die wegen der Kinder beruflich
zurückstecken mussten, erhöht werden. (Damit entfiele auch das Paradox eines
bezuschussten Betreuungsgeldes, sofern es in die Altersvorsorge investiert wird.) Wir Frauen wünschen uns von Ihnen Solidarität und Einsatz, damit Familie und Beruf auch
tatsächlich vereinbar sind. Der tägliche Spagat, das Suchen und Betteln um Betreuungsplätze
und die Benachteiligung in der Berufswelt für arbeitende Mütter müssen endlich ein Ende
haben. Dies erwarten und wünschen wir uns, und nicht nur heute, am Weltfrauentag,
sondern auch für die kommenden Jahre.

Aus den zahlreichen Ergebnissen der verschiedensten Elternaktivitäten aus der Vergangenheit haben
wir die leidvolle Erfahrung gemacht, dass die meisten unserer Petitionen, meist mit Hinweis auf die
finanzielle Situation, ohne nachhaltige Ergebnisse verklingen. Es ist uns leider nicht möglich, politisch tätig zu werden, um dem Gegenbeweis Gehör zu verschaffen, da nicht nur die Arbeit in der Wirtschaft, sondern auch Politik in Teilzeit nach wie vor für 99% von uns lediglich eine Wunschvorstellung ist.

Wir haben stattdessen die Initiative Familie 2.0 ins Leben gerufen. Im ersten Schritt verbinden wir
Eltern uns untereinander und vernetzen unsere Erfahrungen zu moderner Familien- und
Bildungspolitik über Blogs und Social Media. Wir suchen Ansprechpartner auf Bundes- und auf
Landesebene, um diese kontinuierlich und nachhaltig in den politischen Prozess einzubringen.

Wir sind überzeugt, dass gerade Sie das Aktivwerden von Eltern unterstützen und versprechen uns von Ihnen Ihr persönliches Feedback und Ihre Unterstützung für unser Anliegen in Form eines
Termins, bei dem wir die Details unserer Initiative besprechen können.


Sie erreichen die zuständigen Ansprechpartner von Familie 2.0 unter info@familie-zwei-punkt-null.de.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Katrin

Mittwoch, 27. Februar 2013

Gut vernetzt

Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ Wie wahr das ist, merkte ich erst nach und nach. Am Anfang fiel es mir sehr schwer, den Knirps in die Obhut anderer zu geben. Es fühlte sich so an, als ob ich einen Teil von mir weggebe. Der Knirps ist immer noch ein Teil von mir, aber es ist nun leichter, ihn in der Kinderkrippe, bei Familie, Freunden oder Nachbarn zu lassen. Ich glaube jetzt, dass es ihm sehr gut tut mit anderen Menschen zusammen zu sein, die anders mit ihm umgehen, andere Dinge mit ihm machen und ihm neue Sachen zeigen. Er kann auf einmal neue Wörter, zeigt uns neue Dinge und wir fragen uns dann wo er das wohl gelernt hat. Nun ist es nicht so, dass wir den Knirps ständig bei anderen lassen. Vom Kindergarten einmal abgesehen, etwa zwei- bis dreimal im Monat.
Der Knirps hängt mit Freunden von uns rum.
Im Moment zeigt sich bei uns wieder einmal sehr stark, wie wichtig es ist, mit Kleinkind gut vernetzt zu sein. Bei so einem Netzwerk ist sicher auch immer eine Menge Glück dabei, denn leider hat nicht jeder seine Familie in der Nähe oder hat Freunde, die einfach mal schnell auf das Kind aufpassen können. Im Moment ist der Knirps wieder krank. Ganze zwei Wochen war er gesund und nun hat er Bronchitis. Ich leide mit meinem Knirps, streichle ihm die Brust, wenn er röchelt und halte ihn fest im Arm, wenn er weint. Mit zehn bezahlten Kindkrankheitstagen im Jahr kommt man schnell an seine Grenzen und dann ist es sehr gut, wenn der Partner auch zu Hause bleiben kann, wie der Knirpsenpapa, der Montag und heute zu Hause war. Am Freitag passt eine Freundin auf den Knirps auf. Wenn es dem Knirps nächste Woche noch nicht besser geht, kommt die Uroma wieder. Heute sagte eine Freundin, als ich ihr erzählte, dass wir gern nächste Woche mal essen gehen wollen, sie würde sehr gern babysitten. In solchen Momenten bin ich so unendlich dankbar, das wir so viele liebe Menschen um uns haben, die uns helfen, den Knirps in diese Welt zu führen und sich die Erziehungsaufgaben ohne große Diskussion mit uns teilen. Wir sind dankbar und froh so ein ganzes Dorf, mitten in der Großstadt, an unserer Seite zu wissen.

Mittwoch, 9. Januar 2013

An einem vernieselten Morgen ...

... stehen der Knirps und ich an der Spüle, machen die Müslischale sauber und schauen uns unsere Bier-Blechschildsammlung an. Der Knirps guckt und sprichts: „Mami, two Biers!“ Ich muss laut lachen und rufe zum Mann ins Bad: „Ab jetzt kann der Knirps im Restaurant bestellen.“ Na dann Prost. Der Morgen ist gleich ein bisschen weniger grau.
Der Knirps kommentiert das Budweiser-Schild.

Samstag, 29. Dezember 2012

So war 2012

Es ist das erste ganze Jahr in dem unser Knirps bei uns ist, in dem wir Eltern sind. Ein schönes Jahr voller Ereignisse und Veränderungen!

Ich habe Anfang 2012 (wieder) mit Häkeln angefangen und inzwischen Tierchen, eine Jacke und Mützen gehäkelt. Wenn mir das einer letztes Jahr gesagt hätte... Wir haben uns das vergangene Jahr ganz und gar mit Stoffwindeln angefreundet und bis auf wenige Ausnahmen war der Knirps in Stoff gepackt. Seit Jahresbeginn werden dem Knirps auch die (mittlerweile 12) Zähne geputzt.  Fast zwei Monate in 2012 haben wir in den USA verbracht. Das war eine spannende Zeit mit neuen Bekanntschaften und interessanten Einsichten in eine andere Kultur. So war ich unter anderem Teil einer holländischen Straßenparade. Und das mitten in den USA. Auch Kanada haben wir während dieser Zeit besucht. Mit des Knirpsens Schlaf haben wir uns viel beschäftigt. Schon allein deshalb, weil wir ihn etwa bis September diesen Jahres auch regelmäßig nachts gesehen und getröstet haben. Im Mai hat der Knirps seinen ersten Geburtstag gefeiert und wir haben uns gefragt, wo die Zeit hin ist. Der Knirps ist in die Kinderkrippe gekommen und ich habe wieder angefangen (in Teilzeit) zu arbeiten. Zu Beginn der Krippenzeit war der Knirps viel mit Fieber zu Hause. Jetzt hat sich sein Gesundheitszustand stabilisiert. Im August habe ich eine liebe Bloggerfreundin offline treffen dürfen! Im Monat darauf hat der Knirps seinen ersten Haarschnitt bekommen und war zum ersten Mal an der Ostsee. Bald darauf haben wir nachts abgestillt, was uns ein paar Tage danach durchgeschlafene Nächte bescherte. Wir haben mitten im kalten Herbst eine sommerlichen Familienurlaub in Mallorca verbracht und der Knirps hat sein 2. Weihnachtsfest gefeiert.
Eines meiner Lieblingsbilder in 2012: Der Knirps darf im Lincoln Park Zoo in Chicago ein Nashorn streicheln!
Mein Blog hat sich in 2012 weiterentwickelt und ich habe viele neue Bekannstschaften gemacht. Ich berichte gern über Episoden aus meinem Leben mit und auch ohne Knirps. Seit Oktober gibt es eine neue Interviewreihe auf meinem Blog mit jungen Eltern. Die möchte ich im nächsten Jahr unbedingt weiterführen. Ich gebe zu, manchmal habe ich nachgedacht in welcher Form und in welcher Frequenz ich weiter poste. Es gibt Phasen, da fehlt die Inspiration, die Zeit, die Lust. Zum Glück folgen dann wieder Tage, Wochen und Monate, in denen ich Ideen über Ideen habe und auf dem Weg von der Arbeit zur Krippe einen Blogpost (im Kopf) fertig habe. Ans Aufhören habe ich allerdings nie gedacht. Das nicht zuletzt wegen Euch, meine lieben Leser!

2012 war ein gutes Jahr! Ich freue mich auf 2013. Privat und in meinem Blog mit Euch. Vornehmen werde ich mir nicht viel. Ich lass alles auf mich zukommen.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Romantisch: Weihnachtsbaum selber sägen

Meine romantische Weihnachtsidee der Woche: Warum total unromantisch einen Weihnachtsbaum im Baumarkt oder sonswo kaufen? Lass uns in den Wald fahren zum Förster und selber einen Baum sägen! Der Mann fragte, ob ich das wirklich durchdacht hätte oder das nur eine romantische Weihnachtsidee sei? Ich rief beim Förster an, fragte, ob Sägen vor Ort seien (ja, sind sie) und berichtete dem Mann, dass meine Idee sehr gut recherchiert und durchdacht wäre. Na gut. Der Mann ließ sich breit schlagen und stieg immer noch etwas skeptisch ins Auto. 25 Minuten Anfahrt. Der Knirps gut gelaunt. Wir erreichen Waldnähe und verfahren und erstmal. Endlich am Ziel, parken wir an der Straße, wie alle anderen auch, und werden vom Hilfsförster angeschnauzt, dass wir gefälligst auf den Parkplatz im Wald fahren sollten... ok. Wieder ins Auto, der Knirps schläft inzwischen. Auf einem vereisten Waldweg schlittern wir Richtung Waldparkplatz. Der Mann ist leicht gereizt gelaunt. Wir kommen an. Es hört auch auf zu regnen. Sägen gibt es kostenlos auszuleihen. Ein gutes Zeichen, denke ich. Wir fragen nach kleineren Bäumen. Ein mürrischer Baumeinnetzer zeigt auf ein Feld voll mickriger Kiefern. Wir stapfen los. Der Knirps ist zwar wieder wach aber grenzwertig gelaunt. Der Schnee ist schwer, durch das Tauwetter, aber immer noch sehr hoch. Der Mann läuft mit der Säge voraus, ich mit Knirps und Kamera hinterher. Mit jedem Meter schwindet die Hoffnung auf einen wohlgeformten Weihnachtsbaum. Wir drehen um und laufen eine andere Reihe vor. Bei fast allen fehlen Zweige in der Mitte. Verzweifelt denken wir daran, wieder nach Hause zu fahren und in schnurstracks zum Baumarkt. Der Knirps ningelt rum. Der Mann ist schlecht gelaunt. Ich auch. Dann stehen wir vor einer kleinen süßem Kiefer. Klein aber fein. „Soll ich die jetzt sägen?“, fragt der Mann. „Ja, mach mal...“ antworte ich matt. Da ich ein Foto machen will, stelle ich den Knirps in den Schnee, der fängt sofort an zu brüllen. Ich mache schnell ein Foto und sammle den Knirps wieder aus dem Schnee. Der Mann ist mittlerweile fertig mit sägen. „So. Hier. Geht doch, oder?“ „Ja.“
Der Mann sägt, der Knirps brüllt.
Der abgesägte Stamm. 
Wir gehen Richtung Kasse, die sich im Kofferraum eines Transporters befindet. Der Knirps ist besser gelaunt. Wir sind erstaunt über den Preis von 15,00 €. Was??? Soviel bezahlen wir im Baumarkt für einen viel größeren Baum (unsere Kiefer ist wirklich klein) und wir müssen nicht selber sägen. Hm, ich glaube wir bezahlen die romantische Weihnachtsidee mit. Zu Hause stellen wir unseren Baum auf und sind uns ziemlich sicher, dass wir im nächsten Jahr keinen Baum mehr selber sägen werden, zumindest nicht, bis der Knirps etwas größer ist und vielleicht etwas Spaß dabei haben könnte.
Wo kauft ihr dieses Jahr Euren Weihnachtsbaum?

Der Knirps schaut beim Baumeinnetzen zu.
Wo kauft ihr dieses Jahr Euren Weihnachtsbaum?

Montag, 10. Dezember 2012

Selektive Wahrnehmung

Ich sitze im Büro in einer Besprechung. Mein Blick schweift aus dem Fenster und ich sehe einen LKW mit einem Bagger darauf vorbei fahren und denke: „Bagger!“. Ein paar Minuten später kommt ein Helikopter vorbei geflogen und ich denke: „Guck! Das!“. Ich laufe am Nachmittag zum Kindergarten und sehe überall Vögel und denke: „Gack Gacks!“ An mir fahren schneebedeckte Autos vorbei und ich denke „Autos, Autos!“. Ich ertappe mich dabei, wie ich die Welt durch die Augen meines geliebten Knirpses wahrnehme und freue mich auf diese neue Welt. Früher wäre mir das alles nie aufgefallen. Heute schaue ich hin. Auf dem Nachhauseweg mit dem Knirps kommt ein Fahrrad an uns vorbei und der Knirps kräht: „Bike!“. Morgen werde ich dann bestimmt besonders viele Fahrräder auf dem Weg zur Arbeit sehen...

Knirps und Opa schauen sich einen Bagger an.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Vorweihnacht mit Kinderaugen

Die Kerzen scheinen gleich viel heller wenn sie sich in den Augen des Knirpses spiegeln. In diesem Jahr habe ich zeitig angefangen, die Wohnung weihnachtlich zu dekorieren. Das liegt zum einen daran, dass der Mann jetzt eine Woche auf Dienstreise ist und wir die Weihnachtszeit schon davor einläuten wollten, vor allem aber liegt es am Knirps. Im Leben ohne Knirps haben wir auch dekoriert, aber viel später und eher halbherzig. Dieses Jahr bekommt der Kleine schon sehr viel mit. Bei jedem Stück, was ich auspackte, freuten wir uns auf die Reaktion des Knirpses. Wir zünden auch bewußt Kerzen an, damit der Knirps den Umgang damit lernt. Wir haben ihm gesagt, dass Kerzen heiß sind. Das versteht er, währen der in das warme Licht staunt und versucht, die Flamme auszupusten. Den Adventskalender kommentierte er am Morgen mit einem erstaunten „Guck!“ und „Boah!“. Der Mann sagte: „Irgendwie entdecke ich Weihnachten dieses Jahr ganz neu mit dem Knirps“. Recht hat er. Der erste Besuch auf dem Weihnachtsmarkt bekräftigte diese Beobachtung. Ich war sonst nie ein großer Fan von den weihnachtlichen Märkten, zuviel Trubel, immer diesselben Stände usw. Mit dem Knirps können wir ewig an einem Karussel stehen. Wir bemerken zum ersten Mal die schönen Figuren und weihnachtlichen Bauten. Daran sind wir vorher achtlos vorbei gegangen. Danke, lieber Knirps, dass Du uns wieder beibringst, näher hinzusehen und Momente bewußter wahrzunehmen!
Unsere Adventskalenderkerze.
Der Knirps sortiert die Kerzen neu.
Unser kleines Weihnachtsdorf mit übergroßem Rentier, mit dem der Knirps sehr gern spielt.
Herrnhuter Stern.

Ich wünsche Euch allen eine wundervolle Vorweihnachtszeit voll magischer Momente.

Sonntag, 25. November 2012

Familienurlaub am Ballermann 6

Strandleben.
Der Mann fühlt sich seit unserem Urlaub in der Sonne so richtig deutsch. Wir waren ja auch in Mallorca. Zum ersten Mal! Nicht in einer abgelegenem Alternativ-Urlaubs-Finca im Innenland. Nein. Wir residierten in einem Pauschal-Urlaubshotel mit in zweiter Reihe direkt zum berühmt-brüchtigten Ballermann 6 Strandlokal. Nun, dies ist nicht schon immer unser begehrtestes Urlaubsziel gewesen. Aber: Wenn man im Reisebüro nach einem Ort fragt, der im November noch einigermaßen warm ist, der keinen xx Stunden Flug zur Anreise benötigt und Direktflug und man nicht in einer Stadt mit Weltflughafen wohnt, der ein Appartement mit zwei Zimmern bietet (Kind schläft, Eltern trinken ungestört Wein) und man mit 18 Monate altem Kindchen auch so nicht so anspruchsvoll ist, landet man schnell bei Mallorca und ein paar wenigen Hotels im deutschen Pauschalangebot, die in der Nähe von Palma liegen. Wir wählten also kurzentschlossen im September das schönste der drei angebotenen Hotels aus und buchten. Dann warteten wir zwei Monate und freuten uns mit sinkenden Temperaturen in Deutschland immer mehr auf die Insel. Ich war dennoch skeptisch. Direkt am Ballermann? Mich beruhigte der Gedanke, dass im November eh nicht mehr so viel los sein wird. Der Tag der Anreise bestätigte meine Annahmen. Der Mann und ich schätzen 80% Senioren, 29% Familien mit Kleinkindern, 1% Paare ohne Kinder im mittleren Alter. Weitere Werte: Standpromenade = dünn besiedelt, weit über die Hälfte der Geschäfte und Restaurants geschlossen, Ballermann 6 offen, Ruhe, Beschaulichkeit.
Der Knirps hängt am Pool ab.
Der Knirps war ein ausgesprochen angenehmer Reisegefährte. Beide Flüge (hin und zurück) schlief er fast komplett. Er wartete brav am Band auf die Koffer und schlief auf unserem Erkundungsfahrten auf der Insel im Auto und war dann fit für den Tag. Er war begeistert vom Meer, dem Sand, dem Wasser und den zahlreichen „Gak Gaks“ (Möwen oder eben alles was Flügel und Schnabel hat). Er machte sich bemerkbar, wenn er „Basser“ zum trinken brauchte und wenn die Windel voll war („Poop“ oder wahlweise „Pullert“). Auf der Terasse zum Appartment, die umzäunt war, spielte er schön mit allem, was er auf dem Boden fand: Blätter, Äste oder Schnecken, die er für ein Blatt hielt und aufgrund des ungewohnten haptischen Eindrucks sofort wieder mit einem „Bläh“ fallen ließ.
Die Spiele-Terasse.
Das Essen am Buffet bereitete dem Knirps einige Schwierigkeiten. Wir waren zunächst hoch erfreut, weil wir dachten, dass die große Auswahl dem Knirps helfen würde, etwas zu finden, was ihm schmeckt. Das Gegenteil war leider der Fall. Schnell merkte der Kleine, dass wir ihm was Neues anbieten, wenn er ein Essen verweigerte, was dazu führte, dass er gar nichts wirklich aß. Mittags aßen wir dann oft Brot, Schinken, Oliven und Aioli. Dann futterte der Knirps mit großem Appetit mit. Gut erholt und spät nachts erreichten wir nach einer Woche wieder Deutschland, das der Knirps beim verlassen der Flughafenhalle mit einem klaren „Kalt“ begrüßte.
Mini-Koffer für den Mini-Knirps.
Serrano-Schinken Genuss.
Wundervolle Aussicht.
Ein Olivenbaum fasziniert den Knirps.
Wir bestaunen alte Webstühle, die heute noch für Stoffproduktion verwendet werden. Ich habe mir natürlich ein paar Stoffproben gekauft :).

Sonntag, 4. November 2012

Schlaf vs. Was sonst noch alles zu tun ist

Bei der wunderbaren iLilly gab es heute einen fantastisch ehrlichen Post zum Thema „Müde“. Es geht bei ihr darum, wie müde man als Mama manchmal ist und man dann überlegt, was man, wenn das Kind endlich schläft alles machen könnte außer: selber schlafen. Dieser Post hat mich zum Nachdenken angeregt und mich erkennen lassen, dass es bei uns ganz genauso ist. Das Dilemma, Kind schläft = Zeit für mich, um was zu tun vs. endlich auch schlafen habe ich in den ganzen 17 Monaten des Knirpsens Leben nicht lösen können. Bis heute überlege ich bei seinem Mittagsschlaf am Wochenende (unter der Woche schläft er ja in der Krippe), was ich nun mache. Oft bin ich selbst so sehr müde. In den letzten Wochen, als wir hier alle etwas krank waren, habe ich mich immer für Schlaf entschieden. Auch abends war ich dann schon immer kurz nach dem Knirps im Bett. Das hat zur Folge, dass ich so gut wie keine Zeit habe, etwas für mich zu tun, wie bloggen, nähen, Filme oder Serien schauen, mit Freunden treffen usw. Geschweige denn mit dem Haushalt auf dem Laufenden zu bleiben...
Das ist sehr unbefriedigend, da es neben Arbeit, dem allernötigsten im Haushalt und um Kind kümmern, nichts gibt. Dann wieder aufstehen und es geht von vorn los. Ich genieße die Zeit mit dem Knirps sehr, brauche aber auch Zeit für mich. Jetzt geht es uns besser, aber irgendwie sind wir immer noch so furchtbar müde! Ich wache auf an einem Tag an dem mich der Mann ausschlafen lässt und sich um den Knirps kümmert, schlafe nachmittags mit dem Knirps drei Stunden (!) und bin um neun schon wieder müde. Ich schiebe es teils auf das dunkle Wetter, die elende Zeitverschiebung (ich = kein Fan davon) und Nachwehen der Erkältung. Ich freue mich auf eine baldige (hoffentlich) etwas wachere Zeit. Zeit für mich und den Mann. Wachere Zeit mit dem Knirps und auch mal Zeit ohne ihn wenn er schläft.

Seid ihr auch manchmal so hin-und hergerissen?

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Total verliebt in meine Tochter

Da ist es. Das zweite Interview in der Mama for Sale-Reihe  "Plötzlich Eltern". Viel Freude beim Lesen!

Seit 14 Monaten ist ihre Tochter G. ein fester Bestandteil ihres Lebens. F. (37) geht seit drei Wochen wieder arbeiten, nachdem sie ein Jahr mit ihrer Tochter zu Hause war. Ihren Alltag bestreiten F. und G. zu zweit. 

Wie geht es Dir?

Ganz hervorragend. Vor drei Wochen gab es einen großen Wechsel in unserem Leben. Ich gehe wieder arbeiten, in Teilzeit, und mein kleiner Räuber geht in die Kinderkrippe. Nachmittags haben wir dann Zeit, etwas Schönes gemeinsam zu unternehmen.

Wie geht es Deiner Tochter?

Ihr geht es sehr gut. Trotzdem sie nun in der Krippe ist und ich erwartet habe, dass sie am Anfang krank sein wird, ist sie gesundheitlich sehr stabil. Sie ist richtig kommunikativ, schon früh am Morgen erzählt sie mir die verschiedensten Dinge mit den Worten, die sie schon kann. In der Öffentlichkeit flirtet sie regelrecht mit anderen um sie herum. Außerdem ist sie sehr unternehmungslustig. Seit sie 13 Monate ist, läuft sie und möchte toben und spielen. Am liebsten an der frischen Luft. In die Krippe geht sie gern. Morgens gibt es zwar manchmal Geheul, aber es gefällt ihr sehr gut dort. Sie ist ein sehr ausgeglichenes, entspanntes Kind.

Was macht Dir gerade am meisten zu schaffen?

Dass ich nicht so viel familiäre Unterstützung habe. Für mich bedeutet das wenig Entlastung und für G. ist es schade, dass sie ihre Großeltern so wenig sieht. Mein Vater ist beruflich noch viel eingespannt und hat sie bisher einmal von der Krippe abgeholt und eine Stunde auf sie aufgepasst. Das war das erste Mal, dass er Babysitter war. G.‘s Vater wohnt im Ausland und besucht uns einmal im Jahr. Wir haben zwar sonst regelmäßig Kontakt, telefonisch oder per Skype. Das vermittelt aber kaum Nähe. Der Papa wird dadurch eher als virtuelle Person von ihr wahrgenommen. Manchmal unterstützt mich auch ein Babysitter. Das ermöglicht es mir, mir selbst ein paar Freiräume zu schaffen. Das ist mir sehr wichtig. Ich habe angefangen Klarinette zu spielen und spiele meiner Tochter dann manchmal was vor.

Was bereitet Dir am meisten Freude?

Meine Tochter hat einen netten Humor. Ihre Reaktionen werden komplexer. Ich merke, wie sie sich ihren Teil denkt. Ich finde meine Tochter wunderschön und bin total verliebt in sie. Es ist immer wieder erstaunlich, wie glücklich es mich macht, dieses Kind zu haben. Die Liebe, die man für ein Kind empfindet, ist unvergleichlich. Das macht alles wett: durchwachte Nächte, kranke Tage usw.

Welche Vorstellungen hattest Du, bevor Deine Tochter geboren wurde? Was war dann anders oder gleich?

Während der Schwangerschaft hatte ich wenig konkrete Vorstellungen entwickelt, was danach sein könnte. Ich war zu beschäftigt damit, ein neues Leben aufzubauen, da ich aus dem Ausland wieder nach Deutschland gezogen bin. Ich hatte keine Ahnung, wie dich so ein Kind absorbiert. Das hat alles übertroffen. Wie fremdbestimmt man auf einmal lebt und wie wenig Zeit so für sich selbst bleibt. Ich war überrascht, wie schnell man sich im ersten Jahr daran gewöhnt hat. Aber nicht falsch verstehen: ich habe sehr sehr selten bedauert, diese große Freiheit nicht mehr zu haben.
Vor der Geburt habe ich mir erhofft, dass ich eine schnelle Verbindung zu meinem Kind haben werde. Sie zu sehen und zu denken: „Dich hab ich lieb.“ Das war dann auch so! Jetzt lasse ich alles auf mich zukommen. Ich habe mit Kind gelernt, Pläne auch mal sein zu lassen. Die wenigsten Dinge sind so wichtig, dass man in Stress verfallen sollte. Dann fällt es eben aus oder man kommt 10 Minuten zu spät.

Was hat sich verändert, seit Du wieder arbeiten bist?

Der neue Alltag gefällt mir super. Es gibt großes Verständnis von den Kolleginnen und Kollegen. Meine Tochter und ich haben allerdings weniger Zeit miteinander. Unsere gemeinsame Zeit beschränkt sich jetzt auf die Wochenenden, Nachmittage und Abende. Der Morgen ist straff durchorganisiert. Das Leben ist generell fester strukturiert als vorher. In dem Jahr zu Hause haben wir uns viel treiben lassen.
Meine Tochter hat durch die Krippe jetzt andere Menschen um sich herum. Ich weiß gar nicht, was sie so kann und den ganzen Tag macht. Sie macht Erfahrungen ohne mich und hat blaue Flecken, von denen ich nicht genau weiß, woher sie kommen.

Gehst Du abends oder tagsüber manchmal allein weg?

Ja. Unbedingt. Zum Beispiel zum Klarinetten Unterricht. Ich habe einen freien Tag in der Woche, an dem meine Tochter trotzdem in die Krippe geht. Dann kann ich was für mich machen oder etwas erledigen. Alle 1-2 Monate gehe ich abends mit Freunden weg.

Was wünschst Du Dir für Eure Zukunft?
Ich wünsche mir, dass sich meine Tochter weiter so gut entwickelt und gesund bleibt. Ich wünsche mir für sie, dass sie ein so erfülltes Leben hat, wie ich es bisher hatte. Ich habe einen Traum, dass ich als alte Frau mit meiner Tochter beim Kaffee sitze und mit ihr über ihr Leben und ihre Kinder reden kann.

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Danke für das Interview! Ich wünsche Dir und Deiner Tochter alles erdenklich Gute für Eure Zukunft.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Interviewreihe – "Plötzlich Eltern"

Wie gestern schon angekündigt gibt es nach einem Jahr „Mama for Sale“ etwas Neues. Ich starte eine Interviewreihe mit jungen Eltern, die über ihr neues und aufregendes Leben mit Baby sprechen, ihre Gefühle und damit verbundenen Herausforderungen. Etwa ein- bis zweimal im Monat wird es ein neues Interview geben. Dabei werde ich wenn möglich versuchen, beide Eltern einzubeziehen, daher auch der Name der Interviewreihe „Plötzlich Eltern“. Es ist interessant, beide Sichtweisen zu hören und wie sie sich ähneln, aber auch unterscheiden. Wenn ein Baby auf einmal zum Leben dazugehört, wissen die meisten Erst-Eltern trotz ausführlicher Information im Vorfeld nicht richtig, was sie erwartet. Denn so richtig echt kann einen doch kein Buch oder Gespräch mit Eltern-Freunden vorbereiten, oder? So ganz plötzlich wird zwar niemand Mama oder Papa, da man die Schwangerschaft schon als Zeit der „Vorbereitung“ hat, aber irgendwie kommt dieses neue Lebensgefühl dann doch sehr plötzlich. Um dieses neue Lebensgefühl geht es in der neuen Interviewreihe. Interviewt werden junge Eltern bei denen das jüngste Kind nicht älter als zwei Jahre ist. Dadurch ist die Erinnerung an den neuen Lebensabschnitt noch relativ frisch. Die Interviews werden persönlich von mir geführt. Wer von meinen lieben Lesern Lust auf ein Interview hat, kann sich aber gern bei mir melden. Per E-Mail lässt sich ein Interview auch gut führen.

Und jetzt geht’s los! Hier das erste Interview. Zurücklehnen, entspannen, und viel Spaß beim Lesen!

Gemeinsames Essen ist erstmal passé

Zehn Wochen ist ihre kleine Tochter L. nun. Die letzten Tage und Wochen waren für Mama T. (28) und Papa J. (28), die aufregendsten ihres Lebens. T. bleibt ein Jahr mit L. zu Hause, während ihr Partner nach zwei Wochen Urlaub direkt nach der Geburt wieder arbeiten geht. Zur Familie gehört auch noch ein Hund, der den Familienzuwachs ohne Probleme gleich akzeptiert hatte.
Stolze Eltern J+T mit Tochter L.
Wie geht es Euch jetzt?
 
Papa J.: Am Anfang wusste man ja schon nicht so, was einen erwartet. Jetzt haben wir uns aber zu Dritt gefunden. Der Tagesablauf ist natürlich ganz anders geworden.

Mama T.: Wir haben versucht, vertraute Dinge und Abläufe auch beizubehalten. Im Vorfeld hat man ja viel gehört und gelesen. Von Freunden wurden oft nur die positiven Dinge erzählt. Als L. dann da war, habe ich es schon als schwierig enpfunden, einen eigenen Weg zwischen all den Ratschlägen zu finden. Die Hebamme war sehr hilfreich und eine enge Vertraute. Ich habe auch gemerkt, dass es uns besser geht, seit wir die Wochenenden weniger voll gepackt haben. All diese Besuche und Verpflichtungen setzten uns zu sehr unter Stress. Die Familie wollte, dass wir zu Ihnen kommen. Das tat mir und L. nicht gut. Jetzt verbringen wir viel mehr Zeit nur zu Dritt.

Wie geht es Eurem Baby?
 
Mama T.: L. hat sich zu Hause eingelebt. Durch Wachstumsschübe ist es immer ein auf und ab. Sie meldet sich schnell und lautstark, wenn sie was braucht. Irgendwie hat man da schon das Gefühl, dass sich der Charakter hier schon in Ansätzen zeigt. Im Moment lässt sie sich auch schonmal für eine Stunde ablegen. Tagsüber ist sie sehr aktiv und schläft nicht sehr viel. Dreimal etwa eine halbe Stunde.

Was macht Euch gerade am meisten zu schaffen?  

Papa J.: Dass sie so unberechenbar ist. Man weiß nie, schreit sie jetzt, schreit sie nicht, wie lange? L ins Bettchen zu bringen am Abend zieht sich sehr lange hin, da hat man dann weniger Zeit für sich.

Mama T.: Alles ist nicht mehr planbar. In den ersten vier Wochen gab es so etwas wie einen Rhythmus, aber ab der 5.Woche war alles hinfällig. Ich habe das Unregelmäßige jetzt akzeptiert.

Was bereitet Euch am meisten Freude?

 
Mama T.: Ihr Lächeln! Sie fängt an auf Dinge zu reagieren. Ich finde es faszinierend, mit welchen Geräuschen sie sich ausdrückt und wie sie sich jeden Tag entwickelt.

Papa J.: Dass sie sich nun schon mal 5-10 Minuten im Laufgitter selbst beschäftigt.

Welche Erwartungen hattet ihr vorher und was hat sich verändert, seit das Baby da ist?
 
Papa J.: Ich habe erwartet, dass man nicht mehr so flexibel ist. Was ich nicht gedacht habe ist, dass man als Mann keine Chance hat, wenn die Kleine bei Mama stillen will. Man bekommt sie dann nicht allein ruhig. Überrascht hat mich auch, wie oft so ein kleiner Mensch am Anfang zum Arzt muss. Seit L. da ist, haben wir kaum zusammen eine Mahlzeit eingenommen, weil sich immer einer um die Kleine kümmert. Achso, und wir schlafen jetzt zu Dritt im Bett.

Mama T.: Ich hatte erwartet, dass die Nächte schlimmer sind. Aber L. schläft nach dem Stillen gleich wieder ein. Nach der Geburt musste ich meine Rolle neu definieren. Ich bin zu Hause mit dem Baby. Mein Partner geht weiter arbeiten und ist mobil. Ich bin nicht mehr so felxibel wie vorher. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, wie schnell man in die neue Rolle hineinwächst.

Geht ihr abends schon wieder weg?

 
Papa J.: Ich mache Sport, wie Radfahren oder Joggen. Wirklich weg gehe ich abends nicht. Aber ich war schon vor der Geburt partymäßig nicht so viel unterwegs.

Mama T.: Allein ohne L. war ich bis jetzt noch nicht weg. Wenn dann ist es eher so, dass J. mit L. das haus verlässt und ich mal eine Stunde nur für mich habe. Wenn meine Mama mal mit L. unterwegs ist, habe ich momentan noch zuweilen ein ungutes gefühl und möchte wissen, ob alles in Ordnung ist.

Was wünscht ihr Euch für die Zukunft?

 
Mama T.: Ich wünsche mir, dass die Nähe bleibt und das viele Kuscheln. Ich möchte immer Zeit für L. haben und für sie da sein, so dass sich ein Vertrauen aufbauen kann.

Papa J.: [lacht] Ich wünsche mir, dass L. abenteuerlustig wird, so ein Mädchen mit dem man Kirschen klauen kann.
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Danke für das Interview! Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute für Eure kleine Familie.

Montag, 8. Oktober 2012

Still-los durch die Nacht

Wir sind dann mal soweit. Der Knirps soll nachts nicht mehr gestillt werden. Mit reichlich 16 Monaten. Vor zwei Wochen traf ich die Entscheidung. Warum? Der Knirps ließ sich seit geraumer Zeit nachts mit dem Stillen nicht mehr wirklich beruhigen. Es dauerte teils 30-45 Minuten, bis er wieder schlief. Dann: das mag jetzt vielleicht albern klingen, aber ich wollte endlich mal wieder weg gehen abends, mehr als ein Gläschen trinken und nicht jedesmal nachrechnen, dass der Knirps jetzt nicht vor soundsoviel Uhr aufwachen sollte, wegen dem Alkohol. Schluß aus. Keine Gläser mehr zählen. Und dann erhofften wir uns, dass der Knirps vielleicht besser durchschläft. Also starteten wir mit dem Plan, dass der Mann nachts zum Knirps geht, um ihn zu beruhigen. So ist es dann gelaufen:

Nacht 1:
Der Knirps schläft von 8:30 bis 5 Uhr durch. Nach einer kurzen Diskussion entscheiden wir, dass wir keinen Bock haben, dass der Knirps jetzt wach sein könnte, wenn ich nicht stille und so stille ich. Der Knirps schläft bis 7:30 weiter.

Nacht 2:
Wir entscheiden, dass nicht gestillt wird vor 5 Uhr. Danach erstmal noch, um unser aller Nachtruhe zu verlängern. Der Knirps wacht auf um 22 Uhr und 22:15 Uhr. Papa tröstet. Dann schläft er bis 2:30 Uhr. Der Mann muss ran. Es dauert ca. 20 Minuten, mörderisches Geschrei, Trinkflasche wird vom Knirps auf den Boden geworfen. Er schläft bis viertel sieben. Wird gestillt, schläft noch eine halbe Stunde.

Nacht 3:
Der Knirps schläft bis 1 Uhr nachts. Der Mann steht auf und kommt schon nach 5 (!) Minuten zurück. Fertig. Knirps schläft wieder! Nächstes Aufwachen um 4:50 Uhr. Hmm, 10 Minuten vor der vereinbarten Zeit. Mäh. Keiner hat Lust, also stillen. Knirps schläft noch 2 Stunden.

Nacht 4:
Diese Nacht schläft der Kleine bis 23:30 Uhr. Ich bin sogar noch wach. Papa geht ins Knirpsenzimmer und nach 5 Minuten voller Geschrei schläft der Knirps wieder bis 5:30 Uhr. Dann wird er gestillt und schläft bis 7:15 Uhr weiter.

Nacht 5:
Der Knirps ist abends mit Papa allein, da Mama ausgeht (Kino, Cocktailbar!). Knirps schläft um 19:45 Uhr ein, wacht um 20:45 nochmal auf. Papa braucht wieder nur 5 Minuten, bis Knirps eingeschlafen ist. Erst um 6:05 Uhr wacht Knirps wieder auf. Stillen. Er schläft nochmal bis 7:30 Uhr.


Nacht 6:
Heute abend bringt die Oma den Knirps ins Bett. Ohne Probleme schläft er halb acht ein. Erst 4:30 Uhr wacht er wieder auf. Wir entscheiden wegen Müdigkeit einfach zu stillen. Klappt. Knirps schläft bis 7:30 Uhr weiter. Kleine Abstillpause also diese Nacht.

Nacht 7:
Halb neun ist Einschlafenszeit. Der Knirps schläft bis 5:50 Uhr durch! Dann wird gestillt und bis 7 Uhr weiter geschlafen.

Nacht 8:
Die Mama schläft in einem anderen Zimmer, da wir bei Oma sind, zusammen ien Zimmer haben und der Knirps mich nachts nicht sehen sollte. Der Mann berichtet am Morgen, dass der Knirps bis 2:30 Uhr schlief, er etwa zwei Minuten brauchte, um ihn zu beruhigen, dann 5:30 wieder wach wurde und bis 6:45 Uhr mit ihm kuschelte / schlief. Dann durfte gestillt werden.

Nacht 9:
Wir kommen spät von der Oma heim, legen den Knirps, der im Auto bereits schlief um 22 Uhr ins Bett. Er schläft weiter bis 00:30 Uhr. Wacht auf. Wir sind beide soooooo müde. Abstillpause. Der Knirps zieht zu uns ins Bett und hängt die ganze Nacht wieder am Busen. Fail!

Nacht 10:
Der Knirps schlief ein gegen halb neun und wachte erst 5:50 Uhr wieder auf!!! Stillen, weiter schlafen bis 7 Uhr.

Unser Fazit nach 10 Nächten: Der Knirps schläft tatsächlich besser und länger durch in der Nacht. Er lässt sich sehr schnell von Papa wieder beruhigen. Ein Erfolg für uns! Im nächsten Schritt werden wir versuchen, dass der Knirps sich auch durch mich nachts beruhigen lässt. Morgens und abends stillen wir weiter. Es geht uns gut damit.

Montag, 24. September 2012

Kleiner Bauhelfer

Das Wochenende bei Opa war nicht nur Erholung an der See. Am frisch gebauten Haus des Knirpsenopas gibt es noch viel zu tun. Pflastern zum Beispiel und Sand schaufeln. Da ließ sich der Knirps nicht zweimal bitten zu helfen. Sand schaufeln mit der großen Schaufel!!! Ein Traum des Knirpses wurde wahr. Pflastersteine in einen Eimer werfen? Was gibt es Schöneres! Mit dem Gummihammer auf Pflastersteine hämmern – kein Problem für den kleinen Bauhelfer. Dann pflückte der Knirps mit dem Opa noch Tomaten für das Mittagessen, denn so viel Arbeit macht hungrig!



Sonntag, 23. September 2012

Das erste Mal Meer!

Dieses Wochenende machten wir mit dem Knirpsenopa einen Kurztrip an die Ostsee zur Verwandtschaft. Das verschaffte dem Knirps sein erstes Erlebnis mit dem Meer. Ich war mir sicher, dass er es lieben würde, da seine liebsten Dinge im Moment ‚Draußen‘, ‚Sand‘ und ‚Wasser‘ sind. Er liebte es! Und das, obwohl ihm ein scharfer, kalter Gegenwind ins Gesicht blies. Mit neuen Gummistiefeln, Matschhose und Mütze ausgerüstet wühlte der Knirps im Sand und staunte die lauten Wellen an. Er ließ sich auf der Promenade ein (äh, zwei) Fischbrötchen schmecken, biss herzhaft in eine Sprotte und wurde von ein paar Seemännern eingeladen auf ihrem Kutter anzuheuern. Alles was zu einem waschechten Erlebnis an der Küste eben so dazugehört. Die Verwandtschaft freute sich auch riesig, den Knirps endlich mal kennenzulernen. Meine liebe Cousine schenkte mir eine selbstgenähte Tasche! Sie kann so toll nähen!

Ich hoffe, Ihr hattet auch ein schönes Wochenende!


Mama und Knirps am Meer.
Der Knirps wird fast auf diesem Kutter angeheuert.
Das Fischbrötchen schmeckt dem Knirps richtig gut.
Leckere Sprotte.
Schicke Tasche von meiner lieben Cousine.

Sonntag, 16. September 2012

Mein erster Haarschnitt

Es ließ sich nun nicht mehr länger hinauszögern: des Kirpsens Haare ragten weit über seine Ohren hinaus und hinten in seine Shirts hinein. Es wurde Zeit für den ersten Haarschnitt im Leben des Knirpses! Zuerst wurde frisch gebadet. Gute Laune. Dann wurde abgetrocknet mit Unterhaltung des Quitscherentchens. Noch gute Laune. Dann wurde sich auf Papas Schoß gesetzt. Quitscherentchen in der Hand. Immer noch gute Laune. Dann holte Mama die Schere. Der Knirps wollte damit spielen, aber durfte nicht. Keine gute Laune mehr. Mama will anfangen Haare zu schneiden. Überhaupt und gar nicht gute Laune! Also muss Papa den Knirps am Kopf festhalten und Mama versucht einigermaßen gerade zu schneiden, ohne dabei das Ohr des Knirpses zu erwischen. Geschafft. Nach zwei Minuten Brüllerei sitzt der Knirps mit gestutzem Haar vor uns und bewundert die abgeschnitte Haarpracht. Ein paar längere Haarspitzen hängen zwar hier und da noch rum, aber unter solch erschwerten Bedingungen kann sich das Ergebnis sehen lassen. Süß befinden wir und wie ein richtiger kleiner Junge sieht er aus. Mit dem ersten Haarschnitt ist der Knirps wieder ein Stück mehr „gewachsen“. Wo ist unser Baby von vor einem Jahr hin?
Die Haare hängen über die Ohren des Knirpses.
Der Papa kämmt erstmal.
Die abgeschnittene Haarpracht.
Der neue Haarschnitt!!!
Wann hatten Eure Kinder den ersten Haarschnitt? Selbst geschnitten oder beim Friseur?

Freitag, 24. August 2012

{this moment} - Dieser Moment

{this moment} -  Ein Freitagsritual, inspiriert von Soule Mama. Ein einzelnes Foto - keine Worte - das einen Moment der Woche festhält. Einen einfachen, besonderen und außergewöhnlichen Moment, an den ich mich erinnern möchte.

{this moment} - A Friday ritual, inspired by Soule Mama. A single photo – no words – capturing a moment from the week. A simple, special, extraordinary moment, I want to remember.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Sozialer Exodus!?

Seit Anfang Juli kränkelt der Knirps. Fieber – dann wieder drei Tage gut – Fieber – dann wieder einen Tag gut – Fieber – wieder zwei Tage gut – Fieber. Der Kinderarzt findet keine bakterielle Erkrankung, dann ist es eben ein Virus, oder zwei oder drei. Wer weiß ...  seit ein paar Tagen ist der Knirps zum Glück wieder etwas mobiler. Wir als Eltern sind völlig fertig von dem dauernden Gefiebere. Fragen wie: „Wer kümmert sich um die Betreuung zu Hause?“, „Ist es etwas Harmloses?“, „Wann geht es dem Knirps endlich besser?“, „Wo nehmen wir die Kraft her auf Arbeit zu gehen, den Haushalt zu schmeißen etc?“ und „Werden wir jemals wieder unter Leute kommen?“
Der Mann und ich haben festgestellt, dass man sich mit so lange fieberndem Kind ganz schön einsam fühlen kann. Freunde mit Kindern gehen auf Abstand – logisch kann ja ansteckend sein. Feiern, Restaurantbesuche und großartige Ausflüge fallen auch flach. Also sitzen wir viel zu Hause, machen kurze Spaziergänge um frische Luft zu schnappen und sehen sonst nicht wirklich jemanden. Das mag vielleicht etwas egoistisch klingen und man mag denken, warum unsere einzige Sorge nicht dem Gesunden des Knirpses gilt. Nun, all unsere Gedanken kreisen ständig um den Knirps. Er ist der Mittelpunkt unseres Lebens. Nur manchmal braucht man auch Freunde, Bekannte, einfach nur Leute um sich und einen Szenenwechsel. Gesellschaft ist uns sehr wichtig, daher merken wir eine Abwesenheit derer umso schmerzlicher. So eine lange „Isolationsperiode“ schlaucht da ganz schön. Der Höhepunkt ist, dass wir dieses Wochenende eine seit Monaten feststehende Hochzeit von Freunden absagen mussten. Dem Knirps geht es zwar etwas besser, aber er ist noch nicht wirklich wieder fit. Die Anreise zur Hochzeit ist 5 (!) Stunden. Dann den ganzen Tag Trubel, dann wieder 5 Stunden zurück. Das wollten wir dem genesenden Knirps nicht antun. Also fragte ich heute den Mann: „Stehen wir vor dem sozialen Exodus? Geht es jetzt ewig so weiter? Ich hatte mich sooooo sehr auf diese Hochzeit gefreut!“ Da es sich um sehr gut Freunde handelt, wird nun wenigstens der Knirpsenpapa hinfahren und ich hole mir meinen Szenenwechsel bei der Mama. Dort hat der Knirps auch die nötige Ruhe, um sich zu erholen.

Wir wissen, dass dies alles Teil des langen Lernprozesses von Eltern ist und wissen auch von Freunden, dass wir mit solchen Erfahrungen nicht allein da stehen.

Musstet ihr auch schonmal gesellschaftliche Höhepunkte oder sonstige Pläne absagen, da es Euren Kindern nicht gut ging?

Mittwoch, 18. Juli 2012

Uroma rockt!

Nicht nur dass des Knirpsens Uroma coole Sachen strickt, nein sie ist auch eine fantastische Krankenschwester. Da es dem Knirps diese Woche leider immer noch nicht wirklich besser ging und das Fieber nicht so recht verschwinden will (heute war der erste fieberfreie Tag!) sprang kurzerhand die Uroma als Pflegerin ein. Auf diese Weise können wir dann doch wieder mal auf Arbeit gehen und uns ein paar Krankheitstage für den Herbst aufheben. Knirps und Uroma verstehen sich bestens. Das liegt sicher nicht nur daran, dass Uroma mal als Kindergärtnerin gearbeitet hat. Uroma hat auch sonst ein Händchen für Kinder und natürlich besonders für den Knirps, ihren bisher allereinzigsten Urenkel. Wir sind ihr sehr sehr dankbar, dass sie sich die Zeit für uns und den Knirps nimmt.

Knirps mit Uroma.
Habt ihr auch Familienmitglieder, die Euch bei der Kinderbetreuung unterstützen?

Samstag, 2. Juni 2012

PARTY PARTY PARTY

Zwei Tage nach des Knirpsens Geburtstag war es heute soweit: die große Party Nummer 1. Bis gestern Mitternacht backte ich und seit heute morgen wurde gewuselt, geräumt und dekoriert. Zuerst trafen die Großeltern und die Urgroßoma des Knirpses ein. Dann nach und nach die Freunde mit und ohne Kinder. Die Gäste aßen Muffins, Erdbeerkuchen, Zitronenbiskuit und Quarkuchen. Zur Feier des Tages durfte der Knirps soviel Muffins essen, bis er nicht mehr wollte. Er schaffte zwei. Dann gab es ja auch noch die große Geburtstagskuchen mit einer Erdbeereins drauf. Des Knirpsens Gesicht strahlte im Kerzenlicht, als alle für ihn sangen. Auch ein Stück vom Käsegeburtstagskuchen wanderte vom Löffel in den Mund des kleinen Mannes. Es wuselte, quitschte, trötete, lachte, weinte und kreischte etwa drei Stunden lang in unserem Wohnzimmer. Dann gähnten die kleinen Gäste und die Party war schon vorbei. Der Knirps aß noch schnell ein wenig zu Abend und fiel fast umgehend ins Bett. Es war eine wundervolle erste Geburtstagsparty des kleinen Knirpses und wir freuen und auf viele weitere!
Einer von dutzenden Luftballons.
Partytasche mit kleinen Aufmerksamkeiten für die Gäste.
Geburtstagskuchen!
Muffins. Viele.
Nummer 1 Party-Hut.
Luftballon jagen.
Ein Lichtlein brennt.
Hmmm... Lecker!
Alle alle.
Geschenke auspacken.