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Mittwoch, 10. April 2013

Der Baby-Schlaf-Arbeit Kreislauf

Weiter geht es mit einem neuen Interview in der "Plötzlich Eltern" Reihe.

Erinnert Ihr Euch? Kurz vor der Geburt ihrer Tochter F. interviewte ich Papa J. (38) und Mama C. (37) schon einmal. Jetzt ist der kleine Sonnenschein schon elf Wochen (zum Interviewzeitpunkt). Hier lest ihr, wie es Ihnen ergangen ist.


Seit unserem letzten Interview hat sich viel verändert. Ihr seid Eltern geworden. Wie fühlt ihr Euch?

C.: Gut und nicht zu müde.

J.: Allgemein gesprochen sehr glücklich. Wir versuchen gerade herauszufinden, wie wir als Dreiergespann zusammen funktionieren mit dem Baby als Mittelpunkt.

C.: Ich bemühe mich, etwas Zeit für mich zu finden. Wenn ich sie dann mal gefunden habe, ist es noch schwierig, mich auf etwas zu konzentrieren.

J.: Ich fühle mich fast schuldig, dass ich Zeit für mich selbst möchte. Ich habe definitiv weniger Zeit als vor der Geburt unserer Tochter. Im Moment sehe ich sie nur, wenn sie am schlechtesten gelaunt ist. Ich komme von Arbeit und sie ist meist grummelig. Sie schläft dann etwas und ist dann wach, bis wir schlafen gehen.

Wie geht es Eurer Tochter?


J.: Sie ist wunderbar! Sie ist süß und kein schwieriges Baby.

C.: Sie ist sehr verschmust. Man kann schon ihre eigene Persönlichkeit erkennen und dabei zusehen, wie sich diese Eigenschaften weiter entwickeln.

J.: Sie mag es, im Arm gehalten zu warden. Sie möchte die Welt sehen und mitbekommen, was um sie herum passiert.

C.: Sie hat ihr eigenes Tempo an das ich mich erst gewöhnen musste. Alles dauert länger mit einem Baby. Am Anfang war ich ungeduldig. Sie bringt mir bei, geduldig zu sein.

Ist es so, wie ihr Euch es vorgestellt habt?

J.: Ja. Ich war mir nicht sicher, was ich erwarten sollte, aber es ist in etwa so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich finde es ein Ereignis an sich, meiner Tochter nur zuzuschauen. Wie sie lernt, wie sie sich auf etwas konzentriert. Auf der emotinianlen Ebene erlebe ich gerade, wie wunderbar es ist, wenn so ein kleines Wesen Teil Deines Lebens wird.

C.: Bevor man Mutter wird kann man nicht wissen, wie es ist. Man hört es von Freunden und Verwandten, aber man versteht nicht, was es wirklich bedeutet. Ich möchte zwar auf einer Seite etwas Zeit für mich haben, aber ich weiß auch, dass mich meine Tochter gerade jetzt in der ersten Zeit wirklich  braucht und da möchte ich für sie da sein.

Die junge Familie.
Was ist gerade schwierig für Euch?

C.: Herauszufinden, wie meine Zukunft aussehen wird. Wie werde ich arbeiten, wo finde ich eine Betreuung für meine Tochter. Es ist schwierig im Moment zu planen. Ich werde wahrscheinlich Teilzeit arbeiten gehen, bevor das erste Jahr um ist, da ich mein Projekt beenden muss. Trotzdem möchte ich dann noch genug Zeit für sie haben.

J.: Sich an das konstante Baby-Gefühl zu gewöhnen und an den kompletten Lebenswandel. Das Baby ist das Zentrum unseres Universums. Ich gehe meist nicht um 22 Uhr mit C. ins Bett, um noch etwas Zeit für mich zu haben. Wir schaffen es auch manchmal zusammen zu essen, wenn das Baby nicht zu grummelig ist. Es hängt alles von unserer Tochter ab. Es ist auch schwierig, herauszufinden, welche Aktivitäten in die Baby-Schlaf-Arbeit Kreislauf noch hereinpassen.

Was bereitet Euch am meisten Freude?

C.: Wenn F. uns richtig bewußt anlacht und wenn sie neue Dinge lernt. Auch, dass ich mich gebraucht fühle und ich ihr vollen Herzens diese Zeit auch geben möchte. Es macht mich glücklich, mein Baby glücklich zu sehen.

J.: Sie ist ein ganz wundervolles kleines Persönchen. Es macht mir großr Freude, ihr dabei zuzusehen, wie sich ihre Persönlichkeit entwickelt.

Wie sieht Euer Alltag aus?

C.: Ich stehe um 7 Uhr auf und stille meine Tochter. Mein Mann schläft da noch. Ich frühstücke dann etwas und lese E-Mails um mit meinen Kollegen auf Arbeit in Kontakt zu bleiben. Ich trage meien Tochter viel herum tagsüber. Nachmittags weint sie oft, was mich ungeduldig macht. Ich versuche dann etwas spazieren, einkaufen oder zu einer Spielgruppe zu gehen.  Zwischedurch stille ich sie dauernd. Nach dem Abendbrot gehe ich gegen 22 Uhr ins Bett.

J.: Ich stehe gegen neun Uhr auf, da ich auch später schlafen gehe. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, dass sie mich schlafen lässt. Dann gehe ich auf Arbeit. Ich kann nicht wirklich weniger Zeit auf Arbeit verbringen, als vor der Geburt meiner Tochter. Ich komme gegen 19 Uhr nach Hause. Dann gibt es gleich Abendbrot und ich kann manchmal eine halbe Stunde mit F. Spielen. Nachdem beide ins Bett gegangen sind, lese ich noch ein Buch oder schaue fern.

Habt ihr Eure Tochter schon einmal bei jemand anderem gelassen und seid ausgegangen?


C.: Ich habe sie schonmal ein paar Stunden in der Obhut meiner Mutter gelassen, als sie 2-3 Wochen alt war. Meine Mutter war gleich nach der Geburt hier bei uns.

J.: Das haben wir fest für die Zukunft geplant.

Was wünscht ihr Euch für die Zukunft?

J.: Ich möchte, dass sich meine Tochter in eine vielseitige Persönlichkeit ihrer Wahl entwickeln kann. Es ist mir egal, was sie einmal in ihrem Leben machen möchte. Hauptsache, sie wächst gut auf und ist erfolgreich auf ihre eigene Art und Weise.

C.: Ich möchte ihr eine starke Familie bieten, auf die sie sich verlassen kann. Sie soll die Möglichkeit haben, ihre eigene Persönlichkeit voll zu entfalten.

J.: Auch, dass wir ihr eine gute Basis bieten, um sich bestmöglichst zu entwickeln. Ich hoffe, dass wir ihr dabei nie im Weg stehen werden. Außerdem wünsche ich mir, dass wir unsere eigene Persönlichkeit weiter entwickeln und unsere Interessen bewahren, um auch ein gutes Beispiel für sie zu sein.

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Ich danke Euch für das Interview und alles erdenklich Gute für Euch drei!

Montag, 14. Januar 2013

Eltern sein versteht man nur, wenn man‘s erlebt

Das Zuckermädchen hat seit 15 Monaten einen festen Platz im Leben von Frl. Päng (28) und dem Besten (31). Die kreative Mama ist Ingenieurin und berichtet in ihrem Blog „Bunte Knete“ über allerlei DIY und über das Leben mit dem Zuckermädchen.


Wie geht es Euch im Moment?

Frl. Päng: Mir geht’s super! Ich laufe zwar immer auf Hochtouren, aber ich glaub, das brauche ich!

Der Beste: Mir geht’s auch sehr gut. Meine Familie macht mich glücklich und meine Arbeit macht mir auch Spass. Ich freue mich aber jeden Tag nach Haus zu kommen.
 
Und Eurer Tochter?


Frl. Päng: Dem Zuckermädchen geht’s auch sehr gut… Sie hat sich gerade von ihrer letzten Krankheit, die sie mal wieder aus der Kinderkrippe mitgebracht hat, erholt und wirbelt nun wieder durch unser Haus und unser Leben.

Der Beste: Es ist faszinierend, wie schnell sie sich entwickelt. Sie ist eigentlich immer gut gelaunt, sogar wenn sie krank ist.

Hat sie sich gut in die Kinderkrippe eingelebt?


Frl. Päng: Ja! Absolut! Mit der Eingewöhnungsphase in die Kita hatten wir gar keine Probleme. Bereits am zweiten Tag der Eingewöhnungphase, wo ich als Mama noch mitkommen musste, lief sie auf die Erzieherinnen zu, ließ sich von ihr auf den Arm nehmen, drehte sich noch kurz zu mir um und winkte. „Tschüss Mama, ich kann das jetzt allein!“ Ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist. Sie fühlt sich auch sehr wohl in der Kita und bringt viele neue Erfahrungen (und viele Krankheiten, aber das ist wohl „normal“) mit…

Der Beste: Ich finde es wichtig, dass sie viel Kontakt mit anderen Kindern hat, denn ich glaube, dass sie dadurch viel schneller lernt.

Was beschäftigt Euch gerade am meisten?

Frl Päng: So vieles… Zum einen möchte ich gerne den Schwarzen Gurt im Taekwondo machen. Da auch der Beste Taekwondo macht, müssen wir viel planen, Kindermädchen organisieren und hin und her überlegen, wie wir das Zuckermädchen während der Trainingszeiten unterbringen können. Zum anderen steht für mich auch gerade die Frage im Raum, OB und wenn ja WANN wir ein zweites Zuckerkind haben wollen.

Der Beste: Das geht mir genauso, bis auf die niedrigere Graduierung (bei mir ist‘s der blaue Gurt). Natürlich reden wir auch oft über ein zweites Kind.

Was bereitet Euch im Moment die größte Freude?

Frl.Päng: Die wahnsinnigen Entwicklungsschritte, die das Zuckermädchen macht! Jeden Tag kommen neue Wörter und neue Tricks hinzu… Es ist einfach unglaublich und macht mit stolz und glücklich.

Der Beste: Ja, ich hatte es eben schon erwähnt. Es ist wirklich toll das immer wieder zu sehen.

Welche Vorstellungen hattet Ihr, bevor Eure Tochter geboren wurde? Was war dann anders oder gleich?

Frl. Päng: Puh… ehrlich gesagt, habe ich nicht damit gerechnet, dass sich so viel verändern wird… Vor allem nicht, dass ICH mich so sehr verändere.  Dass ich, in dem Moment als das Zuckermädchen geboren war, tatsächlich ganz einfach eine Mama war und genau wusste, was zu tun war, hat mich überrascht. Ich habe lange gedacht, dass nach der Geburt eines Kindes sehr schnell alles wieder seinen gewohnten Gang gehen wird. Es würde eben ein kleiner Mensch mehr da sein, der bei uns wohnt und um den wir uns kümmern… Tatsächlich war da aber nicht nur der kleine neue Mensch, sondern auch zwei große neue Menschen… Wir waren auf einmal Eltern! Eltern sein ist etwas, dass versteht man nur, wenn man‘s erlebt.

Der Beste: Ich hatte schon ein bisschen Respekt, vor dieser Aufgabe. Allerdings bin ich, glaube ich, sehr schnell in die Papa-Rolle hineingewachsen. Verändert hat sich vor allem unsere Freizeitgestaltung, die natürlich nicht mehr so flexibel ist.

Was hat sich verändert, seitdem Frl. Päng wieder arbeitet?

Frl. Päng: Ich muss deutlich mehr organisieren und planen. Das Frühstück für den Morgen muss zum Beispiel am Abend vorbereitet sein und am besten ist es, wenn für das Mittagessen schon ein Plan steht. Meine Zeit ist knapper bemessen als zuvor.

Der Beste: Für mich hat sich nicht wirklich viel verändert, außer dass eben nicht mehr die ganze Zeit jemand zu Haus ist.
Familie Päng.
Wie sieht ein ganz normaler Wochentag im Hause Päng aus?

6:00 Wecker klingelt, Frl. Päng steht auf und macht sich fertig.
6:15 der Beste folgt (manchmal… eher selten, steht der Beste auch zuerst auf)
6:20 Frl. Päng werkelt in der Küche, bereitet das Frühstück fürs Zuckermädchen zu Ende vor, räumt Reste vom Abend zuvor weg.
6:30 Der Beste kommt in die Küche und macht sich erst mal einen Kaffee und liest ein wenig in der Zeitung.
6:45 Das Zuckermädchen muss aufstehen, der Beste fährt schon mal los zur Arbeit.
7:00 Das Zuckermädchen frühstückt.
7:15 Schuhe an, Jacke an, Tasche schnappen… Wir müssen zur Kita! Wenn das Zuckermädchen abgegeben ist, fährt Frl. Päng weiter zur Arbeit.
12:05 „Oh schon wieder Feierabend?!“ Frl. Päng rast nach Hause, bereitet schnell ein nahrhaftes ausgewogenes Mittagessen zu.
12:20 Schnell zur Kita und das Mädchen abholen.
12:30 Das Zuckermädchen sitzt am Küchentisch und verschmäht in der Regel das liebevoll zubereitete Mittagessen – Argh… das kostet mich manchmal Nerven! Gott sei Dank ist das Mädchen dabei so niedlich. :D
13:00 Nachdem die Küche wieder auf Normalzustand gebracht wurde, darf das Zuckermädchen Mittagsschlaf machen.
13:10 Endlich kurz durchatmen! Nähen, Bloggen, im Netz surfen, den kleinen Shop pflegen, ein bisschen Haushalt machen…
15:00 Das Zuckermädchen wacht auf.
15:20 Wir spielen, machen Unordnung, räumen wieder auf. Manchmal besuchen wir Freude, die Großeltern oder die Urgroßeltern. Manchmal fahren wir zusammen einkaufen oder erledigen anderen Außerhaus-Punkte auf der Todoliste.
17:15 Der Beste kommt nach Hause und wird freudestrahlend von seinen Mädels empfangen.
18:00 Wir essen zusammen zu Abend. Auch wenn die Großen nicht immer mitessen, so ist es uns doch wichtig, dass wir zumindest alle zusammen sitzen.
19:00 Schlafanzug anziehen für’s Zuckermädchen.
19:30 Nach einer Runde kuscheln, Lesen und einer Milch geht das Zuckermädchen schlafen.
19:45 Der Beste und ich hängen zusammen auf dem Sofa rum und sehen fern. Manchmal nähe ich abends, oder schneide neue Klamotten zu. Gelegentlich kommen Freude vorbei. Im Sommer sitzen wir gerne noch draußen.

Geht Ihr abends oder tagsüber manchmal allein weg?

Frl. Päng: Eigentlich recht selten, finde ich… Diese Kindermädchenorganisation sorgt dafür, dass wir oft einfach zu Hause bleiben, weil‘s einfacher ist…Wenn wir doch mal ausgehen, ist‘s dafür aber umso schöner.

Der Beste: Außerdem ist das Zuckermädchen noch in einem Alter, wo wir es nur ungern fremden Menschen anvertrauen wollen. Und ständig ihre Großeltern zu bemühen, finden wir auch etwas unverschämt, auch wenn die behaupten, dass ihnen das großen Spass macht.

Was wünscht Ihr Euch für Eure Zukunft?

Der Beste: Glück und Gesundheit und Erfolg.

Frl. Päng: Ich wünsche mir einfach, dass alles so toll weiterläuft, wie bisher. Ich bin gerade sehr zufrieden…

Der Beste: …und Weltfrieden *lacht*
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Ich danke Euch für das Interview und alles Gute für Euer Vorhaben in Taekwondo, sowie für Eure Zukunft!

Donnerstag, 8. November 2012

Alles wird sich ändern. Absolutely everything.

Das dritte Interview in der Mama for Sale-Reihe "Plötzlich Eltern" dreht sich um ein Paar, welches das erste Kind erwartet!

Sechs Wochen werden die Schweizerin C. (37) und der US-Amerikaner J. (37) noch warten müssen, bis ihr Baby das Licht der Welt erblickt. Sie werden zum ersten Mal Eltern und freuen sich schon riesig. Hier erzählen Sie davon, was sie in den letzten Wochen vor der Geburt bewegt. Nachdem ihr Baby da ist, werde ich sie nochmal befragen.
   

Wie geht es Euch?

C.: Ich fühle mich gut. Ich hatte bisher eine einfache Schwangerschaft. Jetzt zum Ende hin, habe ich einige körperliche Beschwerlichkeiten.

J.: Gut. Uns geht es gut. Meine Frau ist überraschend einfach [lacht]. Sie ist kaum anders als in nicht-schwangerem Zustand. Sie reagiert ein wenig gereizter als sonst, wenn sie müde ist. Wir sind wirklich übermäßig vom Glück verwöhnt worden mit dieser Schwangerschaft.

Was beschäftigt Euch gerade am meisten?


C.: Ich weiß, dass ich mit meinem wissenschaftlichen Projekt nicht fertig werde. Das ist stressig für mich. Ich versuche, das jetzt alles etwas lockerer zu sehen, aber es ist nicht einfach. Ich denke, da das Projekt ohnehin nicht beendet werden kann, muss ich jetzt einfach einen Schritt zurücktreten und mir die Zeit für mich selbst nehmen. Bis hin zum errechneten Geburtstermin kann ich sowieso nicht arbeiten. Im Moment gehe ich aber noch auf Arbeit, um etwas mehr zu schaffen. Danach werde ich ein Jahr zu Hause bleiben. Das Warten auf das Baby ist nervenaufreibend. Ich will, dass es endlich soweit ist, aber habe gleichzeitig auch Angst davor.

J.: Jetzt fange ich langsam an, darüber nachzudenken, was es wirklich heißt ein Kind zu haben. Ich beobachte Kinder von Freunden, um zu sehen, wie sie sich verhalten, was ich daran mag oder nicht mag. Dann überlege ich, wie mein Kind wohl sein wird. Ich denke auch darüber nach, was es heißt gute Eltern zu sein. Es wird für mich schwierig werden, längere Zeit zu Hause zu bleiben, da ich eine Firma habe. Ich muss dann für mich eine neue Balance finden.

Worauf freut Ihr Euch?

C: Unser Baby endlich bei uns zu haben.

J: Ich freue mich, die guten Seiten von mir in meinem Kind zu entdecken. Auf die Veränderung in unserem Leben freue ich mich auch. Ich fühle einfach, dass es Zeit für Veränderung ist. Zeit für eine neue Phase und eine Familie zu werden.

Wovor habt Ihr Angst?

C: Ich bin leicht nervös bei dem Gedanken an die Geburt und wie ich mit der Zeit direkt danach umgehen werde. Man weiß einfach nicht, was einen genau erwartet und das macht mir ein bisschen Angst.

J: Angst? Mir macht ein bisschen Angst, wie die Geburt verlaufen wird und hoffe, dass alles gut geht. Die Tests bisher sind alle ok. Ich will endlich wissen, dass dies auch wirklich wahr ist. Das alles ok ist. Ich frage mich auch, wie unser Kind sein wird. Ich bin etwas besorgt, dass sich meine Frau zu sehr ändern wird und [schaut zu ihr] und dass ich Dich dann nicht davon überzeugen kann, dass Du Dich verändert hast. [lacht]
Die werdenden Eltern posieren mit des Knirpsens Spielzeug.
Was denkt Ihr, wird sich verändern, wenn das Baby da ist?

J: Alles wird sich ändern. Absolut alles. Jetzt können wir Dinge zwischen uns zwei Erwachsenen planen. Mit einem Kind werden sich Leben und Pläne ändern. Ich denke, man wird sein Leben um das Kind planen müssen. Das wird sicher anders als jetzt werden. Manchmal sicher schwieriger.

C: Wir werden eine kleine Person bei uns haben, um die wir uns Tag und Nacht kümmern müssen.

J: Ja, jemanden, der von Dir abhängig ist. Jemanden, der Dich ohne Bedingungen liebt und von Dir abhängig ist. Es wird eine neue Verantwortung geben für jemanden zu sorgen.

C: Wir freuen uns aber auf diese Verantwortung. Ich denke, dass wir uns besser organisieren müssen, um z.B. Zeit für den Partner zu haben oder mal wegzugehen. Du kannst dann eben nicht einfach mal ins Kino gehen, so wie jetzt.

Was habt ihr schon an Vorbereitungen getroffen?

J: Wir haben die grundlegenden Sachen und Dingen da, die ein Baby in den ersten Wochen haben sollte. Von allem ist ein Minimum da. Wir möchten das alles gern minimal halten und nicht zu viel von allem haben.

C: Es gibt eine Liste, was wir noch kaufen sollten. Ich sammle noch Informationen, was wir wirklich nach der Geburt brauchen. Wir versuchen das alles eher praktisch zu sehen.

J: Meine Mutter tendiert dazu viel zu viel für ihre Enkelkinder zu kaufen. Das möchten wir vermeiden. Vielleicht verfalle ich deshalb in das andere Extrem und wir haben zu wenig? Im Moment versuchen wir meine Familie davon zu überzeugen keinen bunten Plastik-Kram zu kaufen.

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Danke für das Interview! Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute für die letzten Tage vor der Geburt und dass alles so läuft, wie ihr Euch es wünscht.

Andekdote am Rande: Die werdenden Eltern sind das Hochzeitspaar vom "Weihnachtliche Hochzeit" Post im letzten Jahr!

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Total verliebt in meine Tochter

Da ist es. Das zweite Interview in der Mama for Sale-Reihe  "Plötzlich Eltern". Viel Freude beim Lesen!

Seit 14 Monaten ist ihre Tochter G. ein fester Bestandteil ihres Lebens. F. (37) geht seit drei Wochen wieder arbeiten, nachdem sie ein Jahr mit ihrer Tochter zu Hause war. Ihren Alltag bestreiten F. und G. zu zweit. 

Wie geht es Dir?

Ganz hervorragend. Vor drei Wochen gab es einen großen Wechsel in unserem Leben. Ich gehe wieder arbeiten, in Teilzeit, und mein kleiner Räuber geht in die Kinderkrippe. Nachmittags haben wir dann Zeit, etwas Schönes gemeinsam zu unternehmen.

Wie geht es Deiner Tochter?

Ihr geht es sehr gut. Trotzdem sie nun in der Krippe ist und ich erwartet habe, dass sie am Anfang krank sein wird, ist sie gesundheitlich sehr stabil. Sie ist richtig kommunikativ, schon früh am Morgen erzählt sie mir die verschiedensten Dinge mit den Worten, die sie schon kann. In der Öffentlichkeit flirtet sie regelrecht mit anderen um sie herum. Außerdem ist sie sehr unternehmungslustig. Seit sie 13 Monate ist, läuft sie und möchte toben und spielen. Am liebsten an der frischen Luft. In die Krippe geht sie gern. Morgens gibt es zwar manchmal Geheul, aber es gefällt ihr sehr gut dort. Sie ist ein sehr ausgeglichenes, entspanntes Kind.

Was macht Dir gerade am meisten zu schaffen?

Dass ich nicht so viel familiäre Unterstützung habe. Für mich bedeutet das wenig Entlastung und für G. ist es schade, dass sie ihre Großeltern so wenig sieht. Mein Vater ist beruflich noch viel eingespannt und hat sie bisher einmal von der Krippe abgeholt und eine Stunde auf sie aufgepasst. Das war das erste Mal, dass er Babysitter war. G.‘s Vater wohnt im Ausland und besucht uns einmal im Jahr. Wir haben zwar sonst regelmäßig Kontakt, telefonisch oder per Skype. Das vermittelt aber kaum Nähe. Der Papa wird dadurch eher als virtuelle Person von ihr wahrgenommen. Manchmal unterstützt mich auch ein Babysitter. Das ermöglicht es mir, mir selbst ein paar Freiräume zu schaffen. Das ist mir sehr wichtig. Ich habe angefangen Klarinette zu spielen und spiele meiner Tochter dann manchmal was vor.

Was bereitet Dir am meisten Freude?

Meine Tochter hat einen netten Humor. Ihre Reaktionen werden komplexer. Ich merke, wie sie sich ihren Teil denkt. Ich finde meine Tochter wunderschön und bin total verliebt in sie. Es ist immer wieder erstaunlich, wie glücklich es mich macht, dieses Kind zu haben. Die Liebe, die man für ein Kind empfindet, ist unvergleichlich. Das macht alles wett: durchwachte Nächte, kranke Tage usw.

Welche Vorstellungen hattest Du, bevor Deine Tochter geboren wurde? Was war dann anders oder gleich?

Während der Schwangerschaft hatte ich wenig konkrete Vorstellungen entwickelt, was danach sein könnte. Ich war zu beschäftigt damit, ein neues Leben aufzubauen, da ich aus dem Ausland wieder nach Deutschland gezogen bin. Ich hatte keine Ahnung, wie dich so ein Kind absorbiert. Das hat alles übertroffen. Wie fremdbestimmt man auf einmal lebt und wie wenig Zeit so für sich selbst bleibt. Ich war überrascht, wie schnell man sich im ersten Jahr daran gewöhnt hat. Aber nicht falsch verstehen: ich habe sehr sehr selten bedauert, diese große Freiheit nicht mehr zu haben.
Vor der Geburt habe ich mir erhofft, dass ich eine schnelle Verbindung zu meinem Kind haben werde. Sie zu sehen und zu denken: „Dich hab ich lieb.“ Das war dann auch so! Jetzt lasse ich alles auf mich zukommen. Ich habe mit Kind gelernt, Pläne auch mal sein zu lassen. Die wenigsten Dinge sind so wichtig, dass man in Stress verfallen sollte. Dann fällt es eben aus oder man kommt 10 Minuten zu spät.

Was hat sich verändert, seit Du wieder arbeiten bist?

Der neue Alltag gefällt mir super. Es gibt großes Verständnis von den Kolleginnen und Kollegen. Meine Tochter und ich haben allerdings weniger Zeit miteinander. Unsere gemeinsame Zeit beschränkt sich jetzt auf die Wochenenden, Nachmittage und Abende. Der Morgen ist straff durchorganisiert. Das Leben ist generell fester strukturiert als vorher. In dem Jahr zu Hause haben wir uns viel treiben lassen.
Meine Tochter hat durch die Krippe jetzt andere Menschen um sich herum. Ich weiß gar nicht, was sie so kann und den ganzen Tag macht. Sie macht Erfahrungen ohne mich und hat blaue Flecken, von denen ich nicht genau weiß, woher sie kommen.

Gehst Du abends oder tagsüber manchmal allein weg?

Ja. Unbedingt. Zum Beispiel zum Klarinetten Unterricht. Ich habe einen freien Tag in der Woche, an dem meine Tochter trotzdem in die Krippe geht. Dann kann ich was für mich machen oder etwas erledigen. Alle 1-2 Monate gehe ich abends mit Freunden weg.

Was wünschst Du Dir für Eure Zukunft?
Ich wünsche mir, dass sich meine Tochter weiter so gut entwickelt und gesund bleibt. Ich wünsche mir für sie, dass sie ein so erfülltes Leben hat, wie ich es bisher hatte. Ich habe einen Traum, dass ich als alte Frau mit meiner Tochter beim Kaffee sitze und mit ihr über ihr Leben und ihre Kinder reden kann.

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Danke für das Interview! Ich wünsche Dir und Deiner Tochter alles erdenklich Gute für Eure Zukunft.

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Interviewreihe – "Plötzlich Eltern"

Wie gestern schon angekündigt gibt es nach einem Jahr „Mama for Sale“ etwas Neues. Ich starte eine Interviewreihe mit jungen Eltern, die über ihr neues und aufregendes Leben mit Baby sprechen, ihre Gefühle und damit verbundenen Herausforderungen. Etwa ein- bis zweimal im Monat wird es ein neues Interview geben. Dabei werde ich wenn möglich versuchen, beide Eltern einzubeziehen, daher auch der Name der Interviewreihe „Plötzlich Eltern“. Es ist interessant, beide Sichtweisen zu hören und wie sie sich ähneln, aber auch unterscheiden. Wenn ein Baby auf einmal zum Leben dazugehört, wissen die meisten Erst-Eltern trotz ausführlicher Information im Vorfeld nicht richtig, was sie erwartet. Denn so richtig echt kann einen doch kein Buch oder Gespräch mit Eltern-Freunden vorbereiten, oder? So ganz plötzlich wird zwar niemand Mama oder Papa, da man die Schwangerschaft schon als Zeit der „Vorbereitung“ hat, aber irgendwie kommt dieses neue Lebensgefühl dann doch sehr plötzlich. Um dieses neue Lebensgefühl geht es in der neuen Interviewreihe. Interviewt werden junge Eltern bei denen das jüngste Kind nicht älter als zwei Jahre ist. Dadurch ist die Erinnerung an den neuen Lebensabschnitt noch relativ frisch. Die Interviews werden persönlich von mir geführt. Wer von meinen lieben Lesern Lust auf ein Interview hat, kann sich aber gern bei mir melden. Per E-Mail lässt sich ein Interview auch gut führen.

Und jetzt geht’s los! Hier das erste Interview. Zurücklehnen, entspannen, und viel Spaß beim Lesen!

Gemeinsames Essen ist erstmal passé

Zehn Wochen ist ihre kleine Tochter L. nun. Die letzten Tage und Wochen waren für Mama T. (28) und Papa J. (28), die aufregendsten ihres Lebens. T. bleibt ein Jahr mit L. zu Hause, während ihr Partner nach zwei Wochen Urlaub direkt nach der Geburt wieder arbeiten geht. Zur Familie gehört auch noch ein Hund, der den Familienzuwachs ohne Probleme gleich akzeptiert hatte.
Stolze Eltern J+T mit Tochter L.
Wie geht es Euch jetzt?
 
Papa J.: Am Anfang wusste man ja schon nicht so, was einen erwartet. Jetzt haben wir uns aber zu Dritt gefunden. Der Tagesablauf ist natürlich ganz anders geworden.

Mama T.: Wir haben versucht, vertraute Dinge und Abläufe auch beizubehalten. Im Vorfeld hat man ja viel gehört und gelesen. Von Freunden wurden oft nur die positiven Dinge erzählt. Als L. dann da war, habe ich es schon als schwierig enpfunden, einen eigenen Weg zwischen all den Ratschlägen zu finden. Die Hebamme war sehr hilfreich und eine enge Vertraute. Ich habe auch gemerkt, dass es uns besser geht, seit wir die Wochenenden weniger voll gepackt haben. All diese Besuche und Verpflichtungen setzten uns zu sehr unter Stress. Die Familie wollte, dass wir zu Ihnen kommen. Das tat mir und L. nicht gut. Jetzt verbringen wir viel mehr Zeit nur zu Dritt.

Wie geht es Eurem Baby?
 
Mama T.: L. hat sich zu Hause eingelebt. Durch Wachstumsschübe ist es immer ein auf und ab. Sie meldet sich schnell und lautstark, wenn sie was braucht. Irgendwie hat man da schon das Gefühl, dass sich der Charakter hier schon in Ansätzen zeigt. Im Moment lässt sie sich auch schonmal für eine Stunde ablegen. Tagsüber ist sie sehr aktiv und schläft nicht sehr viel. Dreimal etwa eine halbe Stunde.

Was macht Euch gerade am meisten zu schaffen?  

Papa J.: Dass sie so unberechenbar ist. Man weiß nie, schreit sie jetzt, schreit sie nicht, wie lange? L ins Bettchen zu bringen am Abend zieht sich sehr lange hin, da hat man dann weniger Zeit für sich.

Mama T.: Alles ist nicht mehr planbar. In den ersten vier Wochen gab es so etwas wie einen Rhythmus, aber ab der 5.Woche war alles hinfällig. Ich habe das Unregelmäßige jetzt akzeptiert.

Was bereitet Euch am meisten Freude?

 
Mama T.: Ihr Lächeln! Sie fängt an auf Dinge zu reagieren. Ich finde es faszinierend, mit welchen Geräuschen sie sich ausdrückt und wie sie sich jeden Tag entwickelt.

Papa J.: Dass sie sich nun schon mal 5-10 Minuten im Laufgitter selbst beschäftigt.

Welche Erwartungen hattet ihr vorher und was hat sich verändert, seit das Baby da ist?
 
Papa J.: Ich habe erwartet, dass man nicht mehr so flexibel ist. Was ich nicht gedacht habe ist, dass man als Mann keine Chance hat, wenn die Kleine bei Mama stillen will. Man bekommt sie dann nicht allein ruhig. Überrascht hat mich auch, wie oft so ein kleiner Mensch am Anfang zum Arzt muss. Seit L. da ist, haben wir kaum zusammen eine Mahlzeit eingenommen, weil sich immer einer um die Kleine kümmert. Achso, und wir schlafen jetzt zu Dritt im Bett.

Mama T.: Ich hatte erwartet, dass die Nächte schlimmer sind. Aber L. schläft nach dem Stillen gleich wieder ein. Nach der Geburt musste ich meine Rolle neu definieren. Ich bin zu Hause mit dem Baby. Mein Partner geht weiter arbeiten und ist mobil. Ich bin nicht mehr so felxibel wie vorher. Trotzdem hätte ich nicht gedacht, wie schnell man in die neue Rolle hineinwächst.

Geht ihr abends schon wieder weg?

 
Papa J.: Ich mache Sport, wie Radfahren oder Joggen. Wirklich weg gehe ich abends nicht. Aber ich war schon vor der Geburt partymäßig nicht so viel unterwegs.

Mama T.: Allein ohne L. war ich bis jetzt noch nicht weg. Wenn dann ist es eher so, dass J. mit L. das haus verlässt und ich mal eine Stunde nur für mich habe. Wenn meine Mama mal mit L. unterwegs ist, habe ich momentan noch zuweilen ein ungutes gefühl und möchte wissen, ob alles in Ordnung ist.

Was wünscht ihr Euch für die Zukunft?

 
Mama T.: Ich wünsche mir, dass die Nähe bleibt und das viele Kuscheln. Ich möchte immer Zeit für L. haben und für sie da sein, so dass sich ein Vertrauen aufbauen kann.

Papa J.: [lacht] Ich wünsche mir, dass L. abenteuerlustig wird, so ein Mädchen mit dem man Kirschen klauen kann.
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Danke für das Interview! Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute für Eure kleine Familie.