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Donnerstag, 18. Juli 2013

Klarer Fall von Ball

„Man will ja sein Kind in nichts reindrängen. Hobby und so.“ Dachte und sagte ich so vor mich hin. Nun ist es der Fall, dass wir ganz in der Nähe eines Fußballplatzes wohnen, der Papa gern Fußball spielt und schaut und es sich nicht verhindern ließ (warum auch?), dass der Knirps in Kontakt mit dem runden, schwarz- weißem Ball kam. Visuell und praktisch auch. Kaum dass der Knirps lief, rannte der Papa mit ihm am Wochenende zu den Spielen auf den naheliegenden Fußballplatz und schaute und kickte am Rande des Feldes. Der Knirps wurde besser, ich tat es als Kleinkindkickerei ab. Bis der Papa eines Tages (der Knirps war 18 Monate) mit stolz geschwellter Brust nach Hause kam und berichtete, der Jugendtrainer hätte den Knirps auf dem Übungsfeld Tore schießen sehen und sagte, dass er besser schießt als seine fünfjährigen. Naja, der Papa freute sich. Ich tat es ab. Das sagte der Trainer bestimmt, weil der Knirps so niedlich ist, wenn er den Ball kickt (und auch wenn er ihn nicht kickt!).

"Pass auf Papa!"

"Booom"
Die Zeit verging und der Knirps schoß regelmäßig Tore in sein Minitor im Wohnzimmer. Er wurde tatsächlich richtig gut. Schoss gezielt, wechselte das Schußbein, wenn man ihn darum bat, wußte wie man den Ball am Boden hielt oder in die Luft schoss usw. Bald konnte der Knirps viele Fußballbegriffe sagen, auf Englisch, weil er es vom Papa lernte. So posaunte der kleine Mann pausenlos „Goalie“, „Referee“ und „Player“ durch das Haus. Vor zwei Wochen dann waren wir mit ihm das erste Mal im großen Stadion! Unsere Befürchtung, dass er nicht lange interessiert sein würde und einer von uns mit ihm in der 2. Halbzeit rumlaufen müsste, löste sich in Luft auf! Der Knirps war durch die Erklärungen des Papas bis (fast) zum Schluß interessiert am Spielverlauf. Lag vielleicht auch daran, dass ein paar schöne Feuerchen auf das Spielfeld geworfen wurden.

In den Schüssen steckt viel Kraft.
Gestern nun holte ich den Knirps vom Kindergarten ab und wurde von einem Erzieher, der für die Größeren verantwortlich ist, angesprochen, ob ich denn die Mama des Knirpsens sei? Also der Knirps, der ist ein wahres Fußballtalent. Sowas hätten sie bisher nur noch einmal im Kindergarten gehabt. Er berichtete, dass er mit dem Knirps ewig den Ball kickte und der Kleine dabei die fünfjährigen an die Wand spielte. Jetzt war ich aber auch stolz!

Wer viel spielt muss sich auch mal ausruhen. Auch der Ball!
Wenn der Knirps eben so will, darf er mit vier Jahren zu den Minis des Fußballvereins gehen. Aber wie gesagt, reindrängen will ich ihn da nicht. ;)

Welche Hobbies haben Eure Kinder?

Freitag, 8. März 2013

Auch ich schließe mich an: Familie 2.0 - Wir machen mobil! Eltern bewegen Familienpolitik!



Vor ein paar Tagen trat das Team von Familie 2.0 an mich heran, mit der Bitte diesen offenen Brief zum Thema Familienpolitik am heutigen Frauentag (und gleichzeitig meinem Geburtstag!! :)) zu veröffentlichen. Mit dieser deutschlandweiten Online-Aktion soll im folgenden offenen Brief auf die Missstände in der deutschen Familien- und Bildungspolitik aufmerksam gemacht werden. Als arbeitende Mama in Teilzeit kann ich im Moment insbesondere Punkt 3 und 5 zustimmen. Die Pädagogen in unserer Krippe machen eine hervorragende Arbeit, kümmern sich den ganzen Tag um meinen lieben Knirps, füttern ihn, bringen ihm neue Dinge bei und werden dabei wirklich schlecht bezahlt! Die 40 Stunden Anwesenheit im Büro, ohne Rücksicht auf die wirklich erbrachte Leistung sind wirklich sinnlos. Ich merke als 30 Stunden Mama schon manchmal unterschwellig im Büro, dass ich ja nicht "vollwertig" da bin. Hallo!? Was ist mit meiner erbrachten Leistung? Ich möge fast behaupten, man schafft in 30 Stunden (fast) genauso viel, wie jemand mit 40 Stunden, da man nicht so viel Zeit hat und effektiver arbeitet. Hier ist aber auch besonders ein Umdenken beim Arbeitgeber erforderlich, bei dem die Politik die Weichen stellen kann.

TROTZ alledem MUSS ich hier nochmal sagen, dass ich den direkten Vergleich zu einem anderen Land (den USA) in der Famile habe und mit Nachdruck sagen muss, dass es uns in Deutschland sehr sehr gut geht! Margareteaudrey brachte in ihrem Blog vor Kurzem einen ähnlichen Vergleich. In den USA gibt es bis zur Preschool, die etwa beginnt, wenn die Kinder vier Jahre sind, kein vergleichbares Betreuungssystem wie hier in Deutschland und wenn, dann ist es so teuer, das sich das Arbeiten kaum lohnt. Kindkranktage, wie von deutschen gesetzlichen Krankenkassen 10 im Jahr bezahlt werden, gibt es dort nicht. Dort kann man froh sein, wenn man nicht gefeuert wird, wenn das Kind länger krank ist und man unbezahlt zu Hause bleiben darf. Will damit nicht sagen, dass dewegen in Deutschland alles gut ist, nur das manchmal ein Blick aus anderer Perspektive alles in anderem (und nicht so schlechtem Licht) erscheinen lässt. Meine Familie in den USA jedenfalls ist sehr neidisch auf das, was wir hier in Deutschland haben. So! Hier der offene und wunderbare Brief:



Liebe Frau Merkel, liebe Frau von der Leyen, liebe Frau Schröder,

Sie bekleiden drei der einflussreichsten Ämter in diesem Land. Die Gleichstellung der Frau, für die
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unerlässlich ist, rückt damit für uns alle in greifbare Nähe.
Aber leider nur fast.

Denn viele der Aktionen, die uns - Mütter, Väter und Kinder – angeblich unterstützen sollen,
stellen uns vor die Frage, ob unser Bedarf und die Situation, in der wir uns befinden, überhaupt verstanden wird?


Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, unsere Vorstellungen darüber, was wir wirklich
benötigen, heute am Weltfrauentag zu veröffentlichen, um uns Gehör zu verschaffen und aktiv in
den politischen Prozess von Familien- und Bildungspolitik einzusteigen. Wir zählen auf Ihre
Unterstützung!

Deutschland benötigt in den kommenden Jahren dringend eine Familien- und Bildungspolitik, die
wirklich einen Unterschied für uns arbeitende Familien macht und nicht zuletzt kurz-, mittel- und
langfristig dem Fachkräftemangel vorbeugt und Deutschland als Wirtschaftsstandort stärkt! Wir sind
die Arbeitnehmer und Steuerzahler von heute. In unseren Kinderwagen liegen die Arbeitnehmer und
Steuerzahler von Morgen! Jetzt machen wir in Sachen Familienpolitik mobil!

Denn nicht nur bei Punkten wie der Kürzung des Elterngeldes und der Einführung des
Betreuungsgeldes können wir nur mit dem Kopf schütteln. Es geht um viel mehr.


Wir brauchen:

1. Ein einheitliches Bildungssystem in allen Bundesländern
2. Qualitativ hochwertigere Betreuungsangebote für unsere Schulkinder innerhalb unserer
Arbeitszeiten
3. besser bezahlte Erzieher/ Pädagogen
4. eine bessere Einbindung der Generation 60+
5. flexible Arbeitszeitlösungen für Mütter und Väter
6. kein Ehegattensplitting, sondern eine steuerliche Entlastung der Familien mit Kindern

Dies bedeutet im Detail:

1. Schule muss endlich Bundessache werden:

Bildung ist der Schlüssel zu sozialer Gerechtigkeit und Gleichstellung in unserer Gesellschaft.
Genau aus diesem Grund darf Schule auch nicht länger Sache der Länder sein, in der jedes
sein ganz eigenes Süppchen kocht! Lehrpläne, Bildungskonzepte und Schulformen müssen
vereinheitlicht werden. Viele Familien müssen allein schon aus beruflichen Gründen heute
mobil sein und auch mit Kindern während der schulischen Ausbildung problemlos in ein
anders Bundesland umziehen können!
Zudem fordern wir einheitliche Ganztagsschulen ab der 1. Klasse, und zwar bundesweit.
Diese umfasst Hausaufgabenbetreuung und qualifizierten Förderunterricht für die Kinder, die
in manchen Fachbereichen eine weitergehende Unterstützung benötigen.
Für die meisten Eltern beginnt das heutige Betreuungsproblem erst richtig mit dem Eintritt
der Kinder in die Schule!
Wir fordern eine für die Eltern optional wählbare, qualifizierte Betreuung von Schulkindern
auch vor dem Unterricht (weil manche Eltern ab 8:00 Uhr arbeiten müssen, die Schule aber
erst Punkt 8:00 öffnet!). Die in vielen Orten bereits vorhandene Nachmittagsbetreuung für
Schulkinder "bewahrt" die Kinder lediglich auf, bis die Eltern ihren Nachwuchs abholen. Dies
ist nicht die Vorstellung von Nachmittagsbetreuung, die wir haben.

2. Bundesweite, offene und qualitativ hochwertige Angebote in der Ferienzeit für unsere
Kinder!

Die Betreuung der Schulkinder in der Ferienzeit ist aktuell ohne den Einsatz von Geld und
Großeltern nicht möglich. Ist beides nur begrenzt vorhanden, stehen viele Familien und
besonders Alleinerziehende vor einem großen Problem. Eine qualifizierte, kontinuierliche
Betreuung der Kinder muss auch in der Ferienzeit gewährleistet sein, damit Eltern beruhigt
und sicher arbeiten gehen können.

3. Bessere Bezahlung von Erziehern und Pädagogen:
Aktuell dauert die Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher je nach Bundesland 4-5 Jahre. Die
Verdienstmöglichkeiten in diesem Bereich stehen in keinem Verhältnis zum Anspruch der
Ausbildung und der anschließenden Verantwortung, die diese Tätigkeit mit sich bringt. Wir
fordern daher, statt Eltern Betreuungsgeld zu zahlen, Gelder für Betreuung in die
Kindertagesstätten fließen zu lassen und damit auch Anerkennung für Erzieher und
Pädagogen – denn sie bilden die Zukunft dieses Landes aus!

4. Bessere Einbindung der Generation 60+.
Viele Menschen gehen heute in den Vorruhestand, gleichzeitig steigt die Lebenserwartung
ständig an. Viele Großeltern wohnen heutzutage aber gar nicht mehr in der Nähe ihrer Enkel.
Daher soll das „Anstellen“ von Ersatzgroßeltern vom Staat unterstützt und gefördert werden.
So haben Eltern auch mit ihrer Berufstätigkeit und ohne Großeltern Unterstützung, und
Rentner eine Möglichkeit nach der Aufgabe ihrer Berufstätigkeit noch etwas
dazuzuverdienen (siehe auch Armut von Rentnern).
Die Vermittlung solcher Ersatzgroßeltern könnte von den Arbeitsämtern übernommen
werden.

5. 40 Stunden Wochen im Büro waren gestern! Wir fordern klare Zielvereinbarungen und
flexible Arbeitslösungen für Mütter UND Väter!

Arbeit sollte an Zielvereinbarungen gemessen werden - wie das heute auch in vielen
"Corporate" Unternehmen schon der Fall ist. Nicht Anwesenheit oder Air Time sind relevant,
sondern das Ergebnis. Der Arbeitgeber sollte mit seinem Arbeitnehmer eine klare
Ergebnisdefinition vereinbaren. Die kann an einer entsprechenden Matrix gemessen werden.
Wie der Arbeitnehmer dieses Ergebnis im vorgegebenen Zeitrahmen erreicht (solange seine
Ziele, inkl. Teamarbeit und Verfügbarkeit erreicht sind) sollte ihm überlassen bleiben.
So lösen wir in deutschen Köpfen das verkrustete Vollzeit-Teilzeit-Denken und die damit
oftmals schon einhergehende Vorabwertung von arbeitenden Müttern.
Zudem ermöglicht dies Vätern und Müttern einen flexibleren Umgang in der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf.

6. Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer steuerlichen Familienförderung,
welche allen Familien mit Kindern gleichermaßen zugute kommt – unabhängig vom
Familienstand.

Einst gedacht zur Förderung der Ehe und Familie, ist das Prinzip des Ehegattensplittings
veraltet. Ehe und Familie bilden längst nicht mehr eine Einheit. Von der Zielsetzung der
Familienförderung ausgehend ist es daher unverständlich, warum auch kinderlose Ehen von
dem Splittingverfahren profitieren, bzw. warum nicht verheiratete Familien keine
entsprechende Förderung erfahren. Desweiteren profitieren durch das Ehegattensplitting
hauptsächlich Ehepaare mit besonders hohem Einkommen, wenn dies zudem möglichst
ungleich verteilt ist, d.h. wenn das Einkommen hauptsächlich oder vollständig von nur einem
Ehegatten erbracht wird. Für die meisten Frauen gestaltet sich ein beruflicher Wiedereinstieg
nach der Baby- bzw. Kinderpause ohnehin schwierig, durch die vergleichbar hohe
Steuerbelastung des Zweiteinkommens schränken viele Frauen ihr Erwerbseinkommen stark
ein (Mini-Job) bzw. geben ihre Berufstätigkeit vollständig auf.
Statt eines Ehegattensplittings könnten die Einzahlungen von Eltern in die Rentenkassen
reduziert werden oder Rentenansprüche von Eltern, die wegen der Kinder beruflich
zurückstecken mussten, erhöht werden. (Damit entfiele auch das Paradox eines
bezuschussten Betreuungsgeldes, sofern es in die Altersvorsorge investiert wird.) Wir Frauen wünschen uns von Ihnen Solidarität und Einsatz, damit Familie und Beruf auch
tatsächlich vereinbar sind. Der tägliche Spagat, das Suchen und Betteln um Betreuungsplätze
und die Benachteiligung in der Berufswelt für arbeitende Mütter müssen endlich ein Ende
haben. Dies erwarten und wünschen wir uns, und nicht nur heute, am Weltfrauentag,
sondern auch für die kommenden Jahre.

Aus den zahlreichen Ergebnissen der verschiedensten Elternaktivitäten aus der Vergangenheit haben
wir die leidvolle Erfahrung gemacht, dass die meisten unserer Petitionen, meist mit Hinweis auf die
finanzielle Situation, ohne nachhaltige Ergebnisse verklingen. Es ist uns leider nicht möglich, politisch tätig zu werden, um dem Gegenbeweis Gehör zu verschaffen, da nicht nur die Arbeit in der Wirtschaft, sondern auch Politik in Teilzeit nach wie vor für 99% von uns lediglich eine Wunschvorstellung ist.

Wir haben stattdessen die Initiative Familie 2.0 ins Leben gerufen. Im ersten Schritt verbinden wir
Eltern uns untereinander und vernetzen unsere Erfahrungen zu moderner Familien- und
Bildungspolitik über Blogs und Social Media. Wir suchen Ansprechpartner auf Bundes- und auf
Landesebene, um diese kontinuierlich und nachhaltig in den politischen Prozess einzubringen.

Wir sind überzeugt, dass gerade Sie das Aktivwerden von Eltern unterstützen und versprechen uns von Ihnen Ihr persönliches Feedback und Ihre Unterstützung für unser Anliegen in Form eines
Termins, bei dem wir die Details unserer Initiative besprechen können.


Sie erreichen die zuständigen Ansprechpartner von Familie 2.0 unter info@familie-zwei-punkt-null.de.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Katrin

Mittwoch, 13. Februar 2013

Clown

Auch wenn heute schon alles vorbei ist, hier noch ein Faschingspost ohne viel Worte mit Bild von gestern. Wir haben das Clowns-Kostüm von einer Kollegin geborgt bekommen, die Nähmaschine ruhte. Wider Erwarten zog der Knirps das Kostüm ohne Protest an und hatte sichtlich Spaß bei der Party im Kindergarten.

Montag, 5. November 2012

Hand-Mund-Fuß-Knirps

So schnell geht’s: Es ist Nachmittag. Ich eile in den Kindergarten. Wir wollen noch zum Kinderarzt. Seit gestern hat der Knirps eine Art Ekzem am Hals. Das hat er schon einige Wochen, aber jetzt ist es schlimm geworden. Im Kindergarten angekommen, berichtet die Krippendame von roten Punkten am Knirps. Hmmm, sagt mir nichts. Die waren heute Morgen noch nicht da. Sie weist mich vorsichtig darauf hin, dass in der Krippe gerade die Hand-Mund-Fuß-Krankheit umgeht. Vielleicht sollte der Kinderarzt auch mal in dieser Richtung prüfen. Sehr schön. Meine Vorfreude steigt. Beim Kinderarzt angekommen sagt die Schwester: „Oh oh, das könnten aber auch Windpocken sein!“ Ab in den Quarantäneraum. Wir warten eine Stunde. Ich halte den Knirps mit Videos und Baby-Apps bei Laune. Ist ja nichts mit was er spielen könnte in dem kargen Raum. Während der Stunde in der wir warten, kommen noch mehr kleine rote Punkte dazu. Endlich. Die Ärztin betritt den Raum. Ruckzuck. Gucken hier. Gucken da. Glückwunsch. Es sind keine Windpocken. Dafür Hand-Mund-Fußkrankheit. Hier ein Rezept für Salben. Am Hals ist es tatsächlich ein Ekzem, für das es auch eine Salbe gibt. Diese Woche keine Krippe mehr. Meine gute Laune hat den Höhepunkt erreicht. Nicht nur dass mein geliebtes Baby sich mit einer Infektionskrankheit angesteckt hat und voller roter Punkte ist. Nein. Ich habe am Samstag auf Arbeit eine wichtige Veranstaltung zu organisieren, für die noch eine Menge zu tun ist. Natürlich will auch niemand anderes als wir auf den ansteckenden Knirps aufpassen. Der Papa verspricht sein Bestes zu geben und Vormittags zu Hause zu bleiben. Nachmittag werde ich dann übernehmen. Happy Hand-Mund-Fuß!
Der becremte Knirps.


Samstag, 20. Oktober 2012

Tage, wie dieser

Diese Woche ruhte der Blog etwas. Man war beschäftigt und krank im Hause Knirps. Mittwoch war einer dieser Tage, an denen einfach (fast) alles schief ging. Der Mann erwachte früh mit krächzender Stimme und sagte, er ist krank und könne den Knirps nicht in den Kindergarten bringen. Ok, ich mache das. Das bringt natürlich meinen ganzen Plan durcheinander und ich komme zu spät auf Arbeit. Auf dem Weg in den Kindergarten (ich habe mir schnell das Fahhrad geschnappt, um schneller zu sein) ningelt der Knirps rum und ist bei der „Abgabe“ unkooperativ. Er wittert bestimmt den Stress. Auf dem Weg zurück merke ich, dass ich mein kuscheliges Tuch vergessen habe. Es weht empfinldich kalt in die Jacke. Ich hetze auf Arbeit. Völlig fertig, noch nicht gefrühstückt. Der Arbeitstag verläuft zum Glück problemfrei. Nachmittags laufe ich wie immer zum Kindergarten. Kurz vor Ankunft dort, fällt mir ein, dass der Buggy heute nicht wie sonst dort steht... Egal. Ich habe keine Lust nach Hause zu laufen und nochmal wiederzukommen. Bin eh schon spät dran und unsere bezahlten sieben Betreuungsstunden sind schon fünf Minuten überzogen. Also sacke ich den Knirps und alle Taschen an und laufe los. Der Knirps läuft auch. Habe ja nix, wo ich ihn reinsetzen könnte. Das geht genau zehn Meter gut. Er versucht in den Keller eines Hauses zu laufen. Ok. Ich trage den Knirps also ein Stück. Wir laufen am Supermarkt vorbei. Ich brauche noch dringend was für das Abendbrot. Kaufe auch wirklich nur das, was ich brauche, da ich nicht mehr viel tragen kann.

Das Wetter ist so schön, denke ich, wir sollten noch auf den Spielplatz gehen. Gedacht, getan. Der Knirps will schaukeln. Kann er eigentlich schon ganz gut. Ich schubse ihn nur wenig ab, damit ich ihn festhalten kann, falls er loslässt. Schaukel. Schaukel. „Willst Du was anderes machen, Knirps?“ „Nein“. Ok. Dann schaukeln wir weiter. Klappt ja ganz gut. In diesem Moment lässt der Knirps los, so schnell kann ich ihn nicht fassen, er fällt mit dem Gesicht auf die Kieselsteine. Oh je... Großes Geweine. Ich hebe den Knirps auf und da ist überall Blut! Herrje. Ich tupfe ab, um den Schaden zu begutachten, fühle die Zähne, ob die noch sitzen. Nehme den Knirps auf den Arm, die Taschen auch und gehe. Der Knirps hat sich einigermaßen beruhigt. Zu Hause angekommen überreiche ich dem krächzenden Mann den Knirps. Ich setze mich hin. Endlich kurze Ruhe. Was ist das da in meinem Hals? Ein Kratzen. Den Tag darauf bin ich dann krank.

Der Knirps im Bett, abends nach dem Sturz. Er hat sich jetzt gut erholt davon.


Montag, 2. Juli 2012

Erster Arbeitstag – Es geht heiß her

Heute war es nun soweit. Nach über einem Jahr Elternzeit mit dem Knirps zu Hause, wartete heute der erste Tag des Berufslebens auf mich. Eine ganz schöne Umstellung, nachdem ich 24 Stunden am Tag nur für den Knirps da sein konnte. Jetzt gehe ich sechs Stunden am Tag ins Büro und der Knirps in die Krippe. Morgens bringt ihn der Papa  – da sitze ich schon eine Stunde im Büro – und nachmittags hole ich den Knirps wieder ab. Der erste Arbeitstag war vor allem mit Organisatorischem angefüllt: Rechner, Schlüssel, Telefon etc. Gegen neun klingelte das Handy: der Papa berichtete, dass alles gut gegangen ist bei der Knirpsenabgabe und der Knirps total ruhig auf dem Weg in die Krippe war. Erleichterung! Gut! Halb zwei klingelte wieder das Telefon: die Krippentante meldete sich und sagte, dass der Knirps kaum geschlafen hatte, Fieber hat und glühte. Was? Gleich am ersten Tag? Meine Kollegin, die auch ein Kind hat, grinste: „Gewöhn Dich schonmal an solche Anrufe.“ Na wenigstens nahm sie es mit Humor, dass ich sie gleich am ersten Tag eher verließ. Ich flitzte in die Krippe, die zum Glück nicht weit weg ist.

Der Knirps saß mit den Erziehern bei deren Mittagessen und aß ihnen das Essen weg. Na, wenigsten isst er noch! Auf dem Heimweg war er total quengelig. Zu Hause angekommen, stillte ich den Knirps erstmal. Er blieb so quengelig und schlief nicht. Ich rief den Kinderarzt an und konnte gleich vorbei kommen. Dort flippte der Knirps total aus und ließ sich nur mit den Baby-Apps auf meinem Smartphone beruhigen. Die Ärztin stellte fest, dass keine akute Entzündung vorlag  und verabreichte dem kleinen Mann gleich Ibuprofen gegen das steigende Fieber. Der Knirps schlief bis zum Abend nicht. Morgen will der Papa zu Hause bleiben, dass ich mich nochmal auf Arbeit blicken lassen kann. Wir hoffen auf eine ruhige Nacht und ein erholsames Ende eines aufregenden ersten Arbeitstages.

Dienstag, 26. Juni 2012

Stoffwindeln auch in der Krippe?!

Beim Krippen-Einführungsgespräch gab es die obligatorische Fage nach den Windeln: „Irgend etwas auf was wir achten müssen? Besondere Creme oder so?“ Daraufhin zog ich eine bunte Stoffwindel aus der Tasche: „Würden Sie auch sowas verwenden?“ Ich hatte mir Tage vorher Gedanken gemacht, ob in der Krippe auch mit Stoff gewickelt werden würde. Völlig umsonst einen Kopf gemacht, wie sich zeigen sollte! Die Krippentante schaute sich die Windel neugierig an und strahlte: „Das ist ja interessant. Sowas habe ich ja noch nie gesehen. Schaut genauso einfach aus wie Wegwerfwindeln.“ Mir fiel ein Stein vom Herzen. In der gerade laufenden Eingewöhnungsphase stimmten wir die Feinheiten ab und ich zeigte, wie die Stoffwindeln verwendet werden. Am Ende des Tages nehme ich mein Beutelchen mit den nassen Windeln wieder mit und bringe am nächsten Tag frische mit. Klappt prima! Wir sind im Moment die einzigen dort, die Stoffwindeln verwenden, aber nicht die ersten. Es gab schonmal ein Geschwisterpaar mit Stoffis. Ich bin den Krippenmitarbeitern sehr dankbar, dass sie auf individuelle Wünsche eingehen und das so mitmachen. Danke!
Windelfächer in der Krippe. Die Eulen schauen unter dem gelben Nassbeutel hervor. Ganz unten drei "Emergency-Wegwerfwindeln"

Donnerstag, 7. Juni 2012

Eingewöhnung für Fortgeschrittene

Ich will raus auf den tollen Spielplatz.
Für Mama geht es bald wieder zurück auf Arbeit. Wohin mit dem Knirps? In einen der zu viel zu knapp angebotenen Kinderkrippenplätze. Der Krippenplatzmarkt ist stark in Richtung Anbieter verlagert. Die Interessenten haben oft das Nachsehen. Auch nach dutzenden Vorstellungen in Einrichtungen. Wir haben großes Schwein gehabt. Für den Knirps gibt es einen der über die Firma reservierten Plätze in einer nahegelegenen Krippe. Montag dann war es soweit! Der Knirps startete seine Eingewöhnung in der Krippe. Kaum ist die Stimmung der Geburtstagsparty abgeklungen, die letzten Luftballons fliegen noch in der Wohnung rum, man findet noch ein Kuchenkrümel auf dem Boden, geht der Knirps ganz stolz aus dem Haus. Er ist jetzt ein Krippenkind. Also laufen wir Montagmorgen aufgeregt in die Krippe. Der Knirps, der Papa und ich. Angekommen, wird der Knirps auf den Boden gesetzt. Knirps schaut, greift zum Spielzeug und spielt, krabbelt nach einer Weile zu den anderen Kindern um mit in die Bettenhöhle zu kriechen. Fazit der Betreuerin nach dem ersten Tag: „Wow, der Kleine hatte ja gar keine Probleme.“ Gut so. Habe ich beim Knirps auch nicht wirklich anders erwartet. Er spielte schon immer ruhig und unaufgeregt mit anderen Kindern oder besser gesagt neben anderen Kindern. Die Betreuerin schlug vor, dass wir dann nächste Woche mal anfangen mit 10 Minuten rausgehen... Heute am vierten Tag haben wir es schon probiert, auf meinen Vorschlag hin. Ich war statt der geplanten 10 Minuten dann 20 Minuten aus dem Zimmer. Hatte mich mit einer anderen Mutter verquatscht. Ich komme wieder ins Zimmer. Knirps spielt. Wie war’s? Alles super! Der Knirps bemerkt nicht mal, dass ich wieder im Raum bin.
Der Knirps zeigt Interesse an der Krippen-Mini-Küche. Oder ist es nur gerade die richtige Höhe zum Hochziehen?
Ich bin wirklich sehr froh, dass der Knirps sich so gut macht. Es freut mich, dass es ihm gefällt und sich schnell dort wohlfühlt. Schließlich soll er jeden Tag dort hingehen. Auf Fragen, ob es denn nicht schlimm für mich wäre, dass er so selbstständig ist, antworte ich: " Es wäre schlimm, wenn er mich nicht gehen lassen würde und heult". Dann würde ich auch heulen, weil ich den Knirps nicht alleine dort lassen wöllte. Aber so ist alles Bestens. Hoffen, wir, dass der Rest der Eingewöhnung auch so gut läuft. Ich habe da ja noch meine Zweifel was das Schlafen angeht...

Gehen Eure Kleinen in die Krippe? Wie ist bei Euch die Eingewöhnung gelaufen?