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Donnerstag, 18. Juli 2013

Klarer Fall von Ball

„Man will ja sein Kind in nichts reindrängen. Hobby und so.“ Dachte und sagte ich so vor mich hin. Nun ist es der Fall, dass wir ganz in der Nähe eines Fußballplatzes wohnen, der Papa gern Fußball spielt und schaut und es sich nicht verhindern ließ (warum auch?), dass der Knirps in Kontakt mit dem runden, schwarz- weißem Ball kam. Visuell und praktisch auch. Kaum dass der Knirps lief, rannte der Papa mit ihm am Wochenende zu den Spielen auf den naheliegenden Fußballplatz und schaute und kickte am Rande des Feldes. Der Knirps wurde besser, ich tat es als Kleinkindkickerei ab. Bis der Papa eines Tages (der Knirps war 18 Monate) mit stolz geschwellter Brust nach Hause kam und berichtete, der Jugendtrainer hätte den Knirps auf dem Übungsfeld Tore schießen sehen und sagte, dass er besser schießt als seine fünfjährigen. Naja, der Papa freute sich. Ich tat es ab. Das sagte der Trainer bestimmt, weil der Knirps so niedlich ist, wenn er den Ball kickt (und auch wenn er ihn nicht kickt!).

"Pass auf Papa!"

"Booom"
Die Zeit verging und der Knirps schoß regelmäßig Tore in sein Minitor im Wohnzimmer. Er wurde tatsächlich richtig gut. Schoss gezielt, wechselte das Schußbein, wenn man ihn darum bat, wußte wie man den Ball am Boden hielt oder in die Luft schoss usw. Bald konnte der Knirps viele Fußballbegriffe sagen, auf Englisch, weil er es vom Papa lernte. So posaunte der kleine Mann pausenlos „Goalie“, „Referee“ und „Player“ durch das Haus. Vor zwei Wochen dann waren wir mit ihm das erste Mal im großen Stadion! Unsere Befürchtung, dass er nicht lange interessiert sein würde und einer von uns mit ihm in der 2. Halbzeit rumlaufen müsste, löste sich in Luft auf! Der Knirps war durch die Erklärungen des Papas bis (fast) zum Schluß interessiert am Spielverlauf. Lag vielleicht auch daran, dass ein paar schöne Feuerchen auf das Spielfeld geworfen wurden.

In den Schüssen steckt viel Kraft.
Gestern nun holte ich den Knirps vom Kindergarten ab und wurde von einem Erzieher, der für die Größeren verantwortlich ist, angesprochen, ob ich denn die Mama des Knirpsens sei? Also der Knirps, der ist ein wahres Fußballtalent. Sowas hätten sie bisher nur noch einmal im Kindergarten gehabt. Er berichtete, dass er mit dem Knirps ewig den Ball kickte und der Kleine dabei die fünfjährigen an die Wand spielte. Jetzt war ich aber auch stolz!

Wer viel spielt muss sich auch mal ausruhen. Auch der Ball!
Wenn der Knirps eben so will, darf er mit vier Jahren zu den Minis des Fußballvereins gehen. Aber wie gesagt, reindrängen will ich ihn da nicht. ;)

Welche Hobbies haben Eure Kinder?

Dienstag, 21. Mai 2013

Warum ich häkle und es anderen gern beibringe

Im Januar 2012 begann ich mit dem Häkeln. Abgesehen von Topfläppchen in der Schulzeit, war ich totaler Anfänger. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon an der Nähmaschine kreativ und nähte Sachen für meinen Sohn. Beim Häkeln reizte mich jedoch, mit wie wenig Materialien man einfach loslegen konnte. Häklenadel und Wolle passen in jede Handtasche. Meine Nähmaschine nicht. Ich lernte häkeln insbesondere mit diesem wundervollen Blog „Crochet Geek“ (englisch), wo ich in Videos jede Masche nachvollziehen konnte. Dann brachte mir meine Schwiegermutter noch ein paar weitere Grundregeln bei. Vor kurzem brachte ich mir bei, Häkleschriften in Magazinen zu lesen. Doch ich weiß noch längst nicht alles! Bisher habe ich vorwiegend Amigurumi Tierchen und Granny Squares gehäkelt. Im Moment arbeite ich an einem Kleiduungsprojekt für mich.

Während dieser Projekte fragte ich mich immer wieder, auch angeregt durch Nachfragen des Mannes, warum ich eigentlich so gerne dasitze und ewig lange an was rumhäkle, was man viel billiger und ohne viel Aufwand kaufen könne. Es ist zum einem dieses schöne Gefühl, wie bei allen Do-it-yourself Projekten, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen und dabei zuschauen zu können, wie Masche für Masche unter den eigenen Händen etwas anfassbares entsteht. Ich habe einen verkopften Beruf, wo ich kein Ergebnis in den Händen halte. Da ist mir das Häkeln (und auch das Nähen) ein ganz wichtiger Ausgleich. Das Arbeiten an einem Häkelprojekt ist selbstbestimmt. Ich überlege mir was ich machen will, entscheide mich für Muster und Material, bestimme das eigene Tempo. Es gibt kein (oft lästiges) Abstimmen mit zig Beteiligten, wie im Berufsleben der Fall.

Das Ergebnis des Häkelns ist dann einmalig. Niemand anderes hat das gleiche Stück! Es macht mich stolz, wenn der Knirps mit den kleinen gehäkelten Tierchen spielt oder sich in ein Granny Square Kissen kuschelt, was ich an vielen Abenden gefertigt habe. Diese Stücke sind einfach etwas ganz besonderes.
Häkeln ist auch eine Gelegenheit in einer Welt voller Ablenkungen, ständiger Beschleunigung und dauernder geteilter Aufmerksamkeit für tausend Dinge, mich ganz und gar auf eine Sache zu konzentrieren, sich auf sie einzulassen und voll darin aufzugehen. Wiederholende Muster wirken dabei fast meditativ auf mich. Ich setze mich bewußt hin, um ein paar Maschen zu häkeln, habe Ruhe dabei und kann die Gedanken fließen lassen. Das gelingt mir beim Nähen nicht ganz so. Da gibt es weniger Wiederholungen und ich muss mich mehr konzentrieren.

Entschleunigung und Ruhe durch Häkeln.
Freunde fragen mich, warum ich mich stundenlang hinsetze, nur um so ein Tierchen oder ein Kissen zu häkeln. Ist das nicht Zeitverschwendung? Siehe oben genannte Gründe: Nein! Es ist bewußte Entschleunigung für mich. Weg vom hektischen Alltag. Dabei hat jeder seine eigenen Methoden, um abzuschalten. Ich möchte manchmal auch einfach nur eine TV-Serie schauen, um zu relaxen. Beim Häkeln jedoch, halte ich nach einer Weile etwas in der Hand, auch völlig ohne Zeitdruck!

Neulich zeigte mir eine Nachbarin ein paar feste Maschen, die sie gehäkelt hatte und fragte , ob ich ihr ein bisschen mehr zeigen könne. Sehr gern! Ich bot ihr an, dass wir eine Frühlingsmütze für ihre Tochter häkeln könnten. Ist wirklich nicht schwer. Nach ein paar halben Stäbchen war sie im Häkelfieber und ich freute mich richtig für sie. Ein paar Tage später war die Mütze fertig und sie erzählte mir, dass das häkeln spannender als jeder Krimi sei, weil sie so gespannt war, wie das Ergebnis ausschaut. Das fand ich eine passende Beschreibung! Ich häkelte ihr noch schnell eine Blume für die Mütze und fertig war sie. Die Nachbarin hat sich jetzt eine eigene Häkelnadel gekauft. Ich freue mich riesig für sie, und auch darüber, meine Leidenschaft an jemand weitergeben zu können.

Die Häkelmütze des Nachbarkindes.

Falls ihr noch nicht häkelt, probiert es doch einfach mal aus!

Sonntag, 4. November 2012

Schlaf vs. Was sonst noch alles zu tun ist

Bei der wunderbaren iLilly gab es heute einen fantastisch ehrlichen Post zum Thema „Müde“. Es geht bei ihr darum, wie müde man als Mama manchmal ist und man dann überlegt, was man, wenn das Kind endlich schläft alles machen könnte außer: selber schlafen. Dieser Post hat mich zum Nachdenken angeregt und mich erkennen lassen, dass es bei uns ganz genauso ist. Das Dilemma, Kind schläft = Zeit für mich, um was zu tun vs. endlich auch schlafen habe ich in den ganzen 17 Monaten des Knirpsens Leben nicht lösen können. Bis heute überlege ich bei seinem Mittagsschlaf am Wochenende (unter der Woche schläft er ja in der Krippe), was ich nun mache. Oft bin ich selbst so sehr müde. In den letzten Wochen, als wir hier alle etwas krank waren, habe ich mich immer für Schlaf entschieden. Auch abends war ich dann schon immer kurz nach dem Knirps im Bett. Das hat zur Folge, dass ich so gut wie keine Zeit habe, etwas für mich zu tun, wie bloggen, nähen, Filme oder Serien schauen, mit Freunden treffen usw. Geschweige denn mit dem Haushalt auf dem Laufenden zu bleiben...
Das ist sehr unbefriedigend, da es neben Arbeit, dem allernötigsten im Haushalt und um Kind kümmern, nichts gibt. Dann wieder aufstehen und es geht von vorn los. Ich genieße die Zeit mit dem Knirps sehr, brauche aber auch Zeit für mich. Jetzt geht es uns besser, aber irgendwie sind wir immer noch so furchtbar müde! Ich wache auf an einem Tag an dem mich der Mann ausschlafen lässt und sich um den Knirps kümmert, schlafe nachmittags mit dem Knirps drei Stunden (!) und bin um neun schon wieder müde. Ich schiebe es teils auf das dunkle Wetter, die elende Zeitverschiebung (ich = kein Fan davon) und Nachwehen der Erkältung. Ich freue mich auf eine baldige (hoffentlich) etwas wachere Zeit. Zeit für mich und den Mann. Wachere Zeit mit dem Knirps und auch mal Zeit ohne ihn wenn er schläft.

Seid ihr auch manchmal so hin-und hergerissen?

Freitag, 30. März 2012

{this moment} - Dieser Moment

{this moment} -  Ein Freitagsritual, inspiriert von Soule Mama. Ein einzelnes Foto - keine Worte - das einen Moment der Woche festhält. Einen einfachen, besonderen und außergewöhnlichen Moment. Einen Moment, den ich anhalten und genießen möchte, an den ich mich erinnern möchte. Wenn Du auch inspiriert bist, dasselbe zu tun, hinterlasse einfach einen Link als Kommentar, so dass alle ihn sehen und finden können.

{this moment} - A Friday ritual, inspired by Soule Mama. A single photo – no words – capturing a moment from the week. A simple, special, extraordinary moment. A moment I want to pause, savor and remember. If you’re inspired to do the same, leave a link to your ‘moment’ in the comments for all to find and see.